Aktiendepot Order – was ist das?

Mit Kauf- und Verkaufsaufträgen das Aktiendepot steuern

Unter einer Aktiendepot Order versteht man den Auftrag an die Bank, für das eigene Depot Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Je nach Marktsituation möchten Sie Wertpapiere kaufen. Der Kurs ist günstig und Sie verfügen über die liquiden Mittel. In diesem Fall geben Sie der Bank den Auftrag, das entsprechende Papier für Sie zu erwerben – Sie erteilen eine Kauforder. Die Ordererteilung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Bei Online-Banken erfolgt die Ordererteilung in der Regel online über das Portal der Bank oder des Brokers. Darüber hinaus bestehen auch die Optionen, eine Aktiendepot Order telefonisch, per Fax oder per Email zu erteilen. Gerade bei Discount-Brokern empfiehlt es sich jedoch, im Preisverzeichnis zu prüfen, welche gesonderten Preise für Ordererteilung abseits des Online-Banking in Rechnung gestellt werden.

Was beinhaltet die Aktiendepot Order?

VergleichZunächst einmal muss die Aktiendepot Order natürlich den Namen der Aktie enthalten. Die Wertpapierkennnummer ist ebenso zwingend, da Aktiengesellschaften unterschiedliche Arten von Aktien begeben können. Natürlich darf auch die Anzahl der Papiere nicht fehlen. Diese Angaben sind bei Kauf und Verkauf von Aktien identisch. Bezüglich des Preises haben Sie bei Kauf und Verkauf zwei Möglichkeiten. Entweder Sie geben einen festen Preis an, zu dem gekauft oder verkauft werden soll oder Sie formulieren bei einem Kauf „billigst“ oder bei einem Verkauf „bestens“. In diesem Fall kann die Bank den Auftrag zu dem Angebot ausführen, welches zum Zeitpunkt der Orderaufgabe Ihrer Vorgabe entspricht. Wenn Sie möchten, dass der Wertpapierhandelsauftrag an einer bestimmten Börse ausgeführt werden soll, vermerken Sie noch den Namen des gewünschten Handelsplatzes in der Aktiendepot Order.

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Aktiendepot: Order über Xetra oder Parkett aufgeben?

In Deutschland haben Anleger die Wahl, ob sie Aktienorders über das elektronische Handelssystem Xetra oder den Parketthandel abwickeln. Zu den Parkettbörsen gehören neben Frankfurt auch die Institutionen in Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, München, Hamburg und Hannover. Zusätzlich sind außerbörsliche Handelsplätze über den eigenen Broker nutzbar, über die oft deutlich länger gehandelt werden kann als auf dem Parkett oder Xetra.
Die Wahl des Handelsplatzes ist insofern von Bedeutung, als dass die Preise für die Aktienorder zwischen den einzelnen Stellen schwanken können. Besonders wenn Wertpapiere wenig gehandelt werden, spielen die Kursunterschiede eine wichtige Rolle. Viele Broker bieten daher den Service an, automatisch am günstigsten Handelsplatz für den Trader einzukaufen. Die Kursunterschiede machen aber nur einen Teil der Kosten beim Aktienhandel aus. Die restlichen Orderkosten sind vom gewählten Broker und auch vom Handelsplatz abhängig. Xetra gilt generell als günstigste und schnellste Variante beim Aktienhandel. Fast alle großen Aktien aus dem Dax, dem TecDax und dem MDax werden mittlerweile ausnahmslos über Xetra gehandelt. Aufgrund der komplett elektronischen Abwicklung müssen Trader hierfür keine zusätzlichen Gebühren entrichten.

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Am Parkett wird meist nur dann gehandelt, wenn die Aktien sehr illiquide sind. Das bedeutet, dass nur wenige Wertpapiere des Unternehmens gehandelt werden. Es ist dann deutlich schwieriger Käufer oder Verkäufer zu finden. In Stuttgart, Berlin und Co. werden so vor allem kleine deutsche Nebenwerte, Auslandsaktien, Anleihen, Anlageprodukte und Hebelprodukte getradet. Anlegern ist zu empfehlen immer die Parkettbörse zu wählen, die dem Unternehmenssitz am nächste ist. Oft entscheidet sich ein Konzern aus logistischen Gründen dafür, beispielsweise eine Anleihe-Emission an einer Börse auszuführen, die in unmittelbarer Nähe zum Firmensitz liegt.

Aktiendepot Order: Zusätze können über den Erfolg entscheiden

Wer Aktien handeln möchte, kann seine Positionen mit mehr als nur der Anweisung „Kaufen“ oder „Verkaufen“ versehen. Orderzusätze spielen beim Handel eine wichtige Rolle und ermöglichen es, selbst definierte Ziele effizienter zu erreichen oder Risiken zu begrenzen. Zu den wichtigsten Orderzusätzen zählen die Folgenden:

  • Trailing Stopp
    Beim Trailing Stopp handelt es sich um einen Orderzusatz, der Gewinne absichern soll. Grundsätzlich besagt ein Stopp, dass Aktien beim Erreichen eines Kurses automatisch verkauft werden. Der Stopp ist dabei fix und kann nicht angepasst werden. Der Trailing Stop ist hingegen immer in einem bestimmten Abstand zum aktuellen Kurs festgelegt. Solange die Aktie im Wert steigt, wird auch der Trailing Stop immer weiter nach oben korrigiert. Sobald der Aktienkurs sinkt, bleibt der Stopp hingegen starr. Fällt die Aktie unter das Limit, werden dann alle entsprechenden Wertpapiere automatisch verkauft.
  • Fill or Kill
    Insbesondere wenn Aktien sehr illiquide sind, sollten Trader strenge Limit-Orders aufgeben. Allerdings laufen Anleger bei größeren Stückzahlen schnell Gefahr, die erstellte Order nur häppchenweise zu erhalten. Im schlimmsten Fall wird die Position sogar nur zu einem kleinen Teil ausgeführt. Dadurch können je nach Broker höhere Gebühren entstehen, welche die Rendite nachhaltig senken. Abhilfe schafft die sogenannte Fill-or-kill-Order. Dabei legen Trader fest, dass eine bestimmte Order vom System entweder vollständig oder überhaupt gar nicht ausgeführt werden soll. Zu beachten gilt es, dass Teilausführungen auch trotz Fill-or-Kill zustande kommen können. Allerdings führt das System dann automatisch mehrere Teilausführungen durch, die bezüglich des Volumens die komplette Order abdecken. Die einzelnen Ausführungen können jedoch zu unterschiedlichen Kursen erstellelt werden. Ein Beispiel: der Trader möchte 100 Aktien des Unternehmens A kaufen. Das System führt die Fill-or-Kill-Order wie folgt aus: in Stuttgart werden 50 Aktien zu 10 Euro gekauft, in Hannover sind 25 Aktien zu 11 Euro verfügbar und in Berlin werden 25 Aktien zu 10,50 Euro erworben.
  • Once Cancels Other
    Der Orderzusatz One Cancels Other lässt es zu, dass zwei eigenständige Orders aufgegeben und anschließend miteinander verknüpft werden. Sobald eine der Orders ausgeführt wird, löscht das System die jeweils andere unverzüglich. In der Praxis dient das vor allem der Risikoabsicherung. Dadurch lässt sich beispielsweise für eine bestehende Position sowol ein Verkaufslimit für den Fall weiter steigender Kurse als auch eine Stopp-Loss-Order zur Absicherung nach unten definieren. Je nachdem wohin sich die Aktien dann entwickelt, wird eine der beiden Orders ausgeführt.
    One Cancels Other kommt nicht nur beim Verkauf zum Einsatz, sondern auch beim Kauf. Es lässt sich so durch ein Stop-Buy-Limit auf der einen und einem Kauflimit auf der anderen Seite ein Korridor erstellen, zwischen dem die Aktien gekauft werden soll.
  • All or None
    Der Orderzusatz All or None funktioniert ähnlich wie Fill or Kill. Der jeweils erstellte Handelsauftrag mit dem Zusatz All or None bleibt den kompletten Handelstag über gültig. Sollte es bis zum Abschluss des Tages nicht möglich sein, die Position komplett auszuführen, wird sie vom System gelöscht.
  • Immediate or Cancel
    Der Orderzusatz Immediate or Cancel hat im ersten Schritt exakt die gleiche Folge wie Kill or Fill. Allerdings ist es möglich, eine Grenze festzulegen, bis zu der der Auftrag trotzdem ausgeführt wird. Damit zeigt sich der Anleger einverstanden, dass zwar nicht die komplette Order, aber wenigstens ein bestimmter Mindestanteil ausgeführt wird.

Fazit: Aktiendepot Order an unterschiedlichen Handelsplätzen und mit verschiedenen Zusätzen

fazitBeim Aktienhandel ist Order nicht gleich Order. Grundsätzlich wird damit zwar immer der Verkauf oder Ankauf eines Wertpapiers bezeichnet, im Detail existieren jedoch wichtige Unterschiede. Der Handelsplatz ist etwa von entscheidender Bedeutung, wenn illiquide Aktien gehandelt werden. Zudem können Orderzusätze genutzt werden, um Handelsstrategien zu entwickeln. Trailing Stopp eignet sich etwa dazu, Gewinne abzusichern. Kill or Fill schützt davor, dass Orders nicht vollständig ausgeführt werden.

Darüber hinaus sollten Anleger natürlich immer auf die Kosten für die Orderausführung achten. Die besten Konditionen finden Trader, wenn sie einen kostenlosen Brokervergleich durchführen, bevor die erste Aktienorder erstellt wird.

 

 

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