Bonus-Zertifikate in Zeiten niedriger Zinsen

Die Rendite der 10jährigen Bundesanleihen liegt derzeit bei gerade einmal rund 0,25%. Anleihen sind derzeit also keine besonders interessante Anlagevariante. Aktien sind es durchaus – doch für den Gesamtmarkt gilt derzeit, dass wir es nicht gerade mit einem Bullenmarkt zu tun haben. In solchen Zeiten sind Investments mit „Seitwärtstrendite“ tendenziell interessant. Dabei handelt es sich um Anlageformen, die auch dann zulegen, wenn der Kurs des Basiswertes nur stagniert. Zu dieser Kategorie von Anlageformen gehören die Bonus-Zertifikate. Hier einige Details zu dieser Anlagekategorie:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Die wichtigen Eigenschaften von Bonus-Zertifikaten
  • Währungssicherung und Bonus-Zertifikate
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)


Die wichtigen Eigenschaften von Bonus-Zertifikaten

Zertifikate dieser Kategorie bauen auf den sogenannten 1:1-Zertifikaten (auch „Tracker“ genannt) auf. Bonus-Zertifikate profitieren grundsätzlich genau wie diese 1:1 von steigenden Notierungen des Basiswertes. Dies gilt ohne die Hebelwirkung, wie es sie im Fall der Long- oder Short-Zertifikate gibt. Anders als viele 1:1-Zertifikate oder auch die „Turbos“ haben Bonus-Zertifikate aber in der Regel eine festgeschriebene Laufzeit. Und sie können eine ganze Reihe handfester Vorteile vorweisen:

  • Bonus-Zertifikate besitzen einen Risikopuffer. Dieser Puffer greift bis zu einem vorher festgelegten Wert des Basiswertes. Deshalb lässt sich der Risikopuffer auch in Prozenten angeben: Der prozentuale Abstand des aktuellen Kurses des Basiswertes zur Grenze, bis zu der der Risikopuffer greift. Für die Höhe des Risikopuffers gibt es keine fixe Vorgabe, da ist der Emittent frei. Der Risikopuffer kann also z.B. bei 3%, 20% oder auch 60% liegen. Je größer der Risikopuffer, desto tendenziell sicherer das Investment. Denn: Solange der Kurs des Basiswertes nicht unter das Absicherungsniveau fällt, garantiert der Emittent in der Regel zu Laufzeitende eine vorher festgelegte fixe Auszahlung. Diese besteht aus dem Nennwert des Scheins (meist 100,00 oder 1.000,00 Euro), zuzüglich einem Bonus.
  • Diese Bonuszahlung erhält der Anleger bei Laufzeitende dann, wenn der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit niemals das Absicherungsniveau unterschritten hat. Zweite Bedingung ist zudem diese: Die Bonuszahlung muss höher sein als der Betrag, den der Anleger bzw. die Anlegerin durch 1:1-Partizipation erhalten würde. Wäre der Betrag durch 1:1-Partizipation höher, dann gäbe es statt der Bonuszahlung bei Laufzeitende stattdessen diesen Betrag ausbezahlt. Das wäre allerdings für den Anleger umso besser.
  • Grundsätzlich gilt: Je höher der Bonus, desto besser. Um unterschiedliche Bonus-Zertifikate vergleichen zu können, ist es ratsam, die Bonuszahlung auf einen Prozentwert pro Jahr umzurechnen. Sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen! Warum das so ist: Üblicherweise wird die Bonuszahlung als Gesamtwert zu Laufzeitende angegeben, was die Vergleichbarkeit erschwert. Denn 30% Bonuszahlung zu Laufzeitende sind in einem Jahr Laufzeitende gut – in 10 Jahren weniger…

zum Anbieter DEGIRO

Währungssicherung und Bonus-Zertifikate

Nicht zu vergessen ist der Punkt „Währungssicherung“. Das kann für manche Basiswerte wichtig sein. Denn bei Bonus-Zertifikaten ist eine Währungssicherung manchmal inklusive, manchmal nicht. Das gilt es im Einzelfall zu prüfen. Solche währungsgesicherten Zertifikate sind also z.B. im Fall eines Basiswertes, der in Dollar notiert, von möglichen Veränderungen des Dollarkurses überhaupt nicht betroffen. Das kann beispielsweise bei Bonus-Zertifikaten auf Rohstoffe oder auch auf große US-Blue Chips eine Rolle spielen. Sie können natürlich auch bewusst auf eine Währungssicherung verzichten, wenn Sie der Ansicht sind, dass der Währungseffekt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ihren Gunsten wirken wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.