China: Exporte und Importe sinken überraschend

Heute wurde vermeldet (von der chinesischen Zollverwaltung), dass sowohl die Exporte als auch die Importe Chinas im März deutlich zurückgegangen sind. Die entsprechenden Zahlen lauten:

  • Die Exporte Chinas sanken im März um 14,6% (gegenüber dem Vorjahresmonat)
  • Die Importe Chinas fielen um gut 12% zurück (ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat)

Das sieht für sich genommen schlecht aus im Sinne der Einschätzung der chinesischen Wirtschaft. Zumal der Rückgang bei den Importen Chinas so stark ist wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.

Inhaltsverzeichnis

  • China: Verstärkte Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität
  • China: Kohle-Importe -42% im ersten Quartal
  • Chinas Außenhandelszahlen: So relativiert sich das…
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

China: Verstärkte Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität

Ich habe mir zunächst die Zahlen zu den Importen genauer angeschaut. Dabei ist mir schnell aufgefallen, dass insbesondere die Kohle-Importe Chinas im ersten Quartal massiv gesunken sind. Konkret: Im ersten Quartal hat China laut offiziellen Angaben 49,07 Mio. Tonnen Kohle importiert – ein Rückgang von satten 42% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal.

Um das einzuordnen: China ist der größte Kohle-Verbraucher der Welt. Ein Freund von mir hat ein Jahr (oder war es länger?) in Peking gelebt – er wusste ein Lied davon zu singen, was das für Auswirkungen auf die Luftqualität vor Ort hat. Ich finde es im Interesse unserer Umwelt sehr erfreulich, dass die chinesische Führung nun Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zum Umweltschutz generell ergriffen hat. China ist so übrigens auch zu einem der Wachstumsmärkte im Bereich der Erneuerbaren Energien geworden. Ökologie und Ökonomie Hand in Hand, das ist doch ein schönes Ziel bzw. in Ansätzen sehen wir es hier. Sehr gerne ausbaufähig, finde ich. Doch zurück zur Kohle.

China: Kohle-Importe -42% im ersten Quartal

Wie gesagt: China ist der größte Kohle-Verbraucher der Welt. Und die chinesischen Kohle-Importe sind im ersten Quartal um 42% gesunken. Das hat natürlich auch die Import-Zahlen insgesamt nach unten gezogen.

Ist das nun schlecht (Chinas Importe sinken!) oder gut (China macht „Drecksschleudern“ unter den Kohlekraftwerken dicht und braucht weniger Kohle)? Die Antwort möge jeder selber für sich treffen.

Ich habe noch einen weiteren Aspekt. Die vermeldeten Einbrüche bei Importen und Exporten Chinas bezogen sich auf einen Monat – den März. Ich persönlich schaue bei solchen grundlegenden volkswirtschaftlichen Daten wie den Außenhandelszahlen aber lieber auf längere Zeiträume als auf einen Monat. „Ausreißer“ gibt es immer wieder, und das dann aufs ganze Jahr hochzurechnen kann irreführend sein.

Statt der Monatszahlen also Quartalszahlen. Die gibt es auch – und die sehen gar nicht so schlecht aus. Konkret: Im gesamten ersten Quartal fielen die Exporte keineswegs, sondern stiegen um 4,9%. Das kann sich doch sehen lassen.

Chinas Außenhandelszahlen: So relativiert sich das…

Die Importe Chinas fielen allerdings auch im ersten Quartal, und zwar um 17,3%. Dies wie gesagt auch vor dem Hintergrund der massiven Einbrüche bei den Kohle-Importen.

Insgesamt gesehen für China selbst eine durchaus komfortable Position: Die Exporte stiegen im ersten Quartal (+4,9%), die Importe gingen zurück, wodurch sich ein schöner Überschuss in der Handelsbilanz ergab. Und die Luftqualität hat sich hoffentlich verbessert.

Insofern wundert es mich nicht, dass in China selbst heute die Kurse eher freundlich tendierten.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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