Deutsche Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 25.08.2021


Mit einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal wuchs die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal etwas stärker als erwartet. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Zuvor ging die Behörde von einem Plus von 1,5 Prozent aus, konnte seine Schätzung aber etwas nach oben korrigieren. Zum Jahresauftakt schrumpfte die Wirtschaftsleistung noch um zwei Prozent. Die Kauflaune der Verbrauch nimmt wieder zu, aber die Verschuldung geht ebenfalls nach oben.

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Private Haushalte tragen zum Aufschwung bei

Depotvergleich.com Icon VerbrauchertippsVor allem die privaten Haushalte tragen derzeit zum Aufschwung bei und gaben 3,2 Prozent mehr Geld aus als im Vorquartal. Allerdings stiegen die Exporte nur um 0,5 Prozent und lagen damit unter den Importen, die um über zwei Prozent stiegen. Das Staatsdefizit liegt jedoch derzeit bei fast 81 Milliarden Euro und der Staatskonsum stieg um 1,8 Prozent. Damit überstiegen die Ausgaben von Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen die Einnahmen um 80,9 Milliarden Euro.

Dies ist ein Minus von 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nur im ersten Halbjahr 1995 war das Minus seit der Wiedervereinigung größer. Damals wurden die Schulden der Treuhand in den Staatshaushalt übertragen. Derzeit gehen die höheren Ausgaben vor allem auf die staatlichen Hilfen zur Bekämpfung der Krise zurück, die um fast sieben Prozent auf 879,2 Milliarden Euro stiegen. Die Einnahmen, unter anderem aus Steuern, stiegen dagegen nur um gut drei Prozent auf 798,3 Milliarden Euro.

Bundesbank rechnet mit Staatsdefizit von fünf Prozent

Die Bundesbank rechnet für den weiteren Jahresverlauf mit einem Defizit von über fünf Prozent. Im nächsten Jahr soll es aber einen großen Rückgang geben, da sich die Wirtschaft weiter erholen wird und staatliche Zahlungen wie die Überbrückungshilfen auslaufen könnten. Allerdings machen der Bundesbank die sinkenden Impfzahlen und die Delta-Variante Sorgen. Daher könnte sich die Konjunktur in diesem Jahr schwächer entwickeln als erhofft.

Die Ökonomen der Bundesbank sagten vor einigen Tagen, dass ihre Einschätzung aus dem Juni womöglich zu optimistisch war. Denkbar ist, dass die aktuelle Pandemie-Situation auch wieder zu Einschränkungen führt. Dies würde die Wirtschaft dann im Herbstquartal wieder belasten. Ein weiterer Aspekt für die Bundesbank ist die zerstörte Infrastruktur in den vom Hochwasser im Westen Deutschlands betroffenen Gebieten. Dies ist aber für die Bundesbank eine überschaubare Belastung.

Im Juni ging die Bundesbank von einem kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,7 Prozent aus. Im Dezember hatten die Ökonomen nur einen Zuwachs von drei Prozent vorhergesagt. Für das kommende Jahr hielt die Bundesbank zuletzt ein Wachstum von 5,2 Prozent für möglich.

Starke Sommermonate für deutsche Wirtschaft

Depotvergleich.com Icon AnfängerDie Sommermonate könnten für die deutsche Wirtschaft aber sehr gut laufen. Laut der Bundesbank könnte die Wirtschaftsleistung im Sommer deutlich wachsen. Mit Blick auf die Monatsschätzungen könnte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um drei Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen.

Das Gastgewerbe könnte von den Lockerungen bei den Corona-Regeln ebenso profitieren wie die Reisebranche oder der Einzelhandel. Dazu kommt, dass die Auftragsbücher von Industrieunternehmen weiter gut gefüllt sind. Zudem sieht die Bundesbank erste Hinweise, dass sich die Lieferengpässe im dritten Quartal nicht mehr so stark verschärfen wie im zweiten Quartal. Zuletzt klagten zahlreiche Unternehmen über Lieferprobleme und auch Verbraucher bekommen die Situation immer mehr zu spüren.

So können die Wartezeiten für eine neue Waschmaschine derzeit sehr lang sein und ein neues Fahrrad kaufen ist für viele schier unmöglich. Auch bei Spielekonsolen ist aufgrund des Chipmangels Geduld gefragt. Microsoft und Sony können die Nachfrage derzeit nicht bedienen. Die Sony Playstation 5 ist beispielsweise bei Amazon gar nicht zu bekommen und bei MediaMarkt oder Saturn nur in begrenzten Kontingenten.

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Lieferengpässe in vielen Branchen

Die Schwierigkeiten betreffen mittlerweile die unterschiedlichsten Branchen. Vier von fünf Herstellern von elektrischen Produkten können die Nachfrage nicht erfüllen und hängen laut des ifo-Instituts bei der Produktion hinterher. Viele Produkte sind weder online, noch in Bau- oder Elektromärkten oder beim Discounter zu bekommen. Dies gilt für Drucker ebenso wie für Rasenmäher oder Fahrräder.

Die Schließung des chinesischen Hafens Yantian im Juni hat zudem zur Folge, dass Aktionsware bei Aldi verspätet ankommt. Nun steht der Schiffsverkehr am Hafen Ningbo weiter größtenteils still und viele Containerschiffe warten auf die Abfertigung. Das Institut für Weltwirtschaft geht davon aus, dass die Staus an den Häfen in China fünf Prozent aller Containerschiff-Kapazitäten binden.

Auch bei Laptops, Druckern und Routern ist das Angebot aktuell eher dünn. Bestimmte Router sind absolute Mangelware. AVM, der Hersteller der beliebten Fritzbox, gab kürzlich Stornierungen für Lieferzusagen bei Bauteilen bekannt. Daher muss auf frisch bestellte Ware oft bis zu einem Jahr gewartet werden. Gigaset, der Hersteller von Telefonen, spricht von Lieferfristen von bis zu 60 Wochen. 80 Prozent der Produkte des Unternehmens sollen vom Mangel bei Halbleitern betroffen sein.

Auch Haushaltsgeräte betroffen

Depotvergleich.com Icon FAQsDer Halbleitermangel betrifft nun auch Haushaltsgeräte. Bei Marken-Waschmaschinen gibt es teilweise sehr lange Wartezeiten und Miele hat bereits seine Produktion reduziert, da Bauteile fehlen. Ein Teil der Mitarbeitenden ist in Kurzarbeit. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Situation in den nächsten Monaten weiter verschärfen wird. Viele Unternehmen stellen Kühlschränke oder Waschmaschinen auf Lager her, daher kommen die Lieferengpässe erst nach drei bis neun Monaten wirklich ans Licht. Dies würde bedeuten, dass gerade in der Weihnachtszeit viele Haushaltsgeräte fehlen werden.

Sogar Ikea hat Probleme durch die Lieferengpässe. Aktuell sind einige Schreibtische oder die beliebten Billy-Regale zum Teil nicht mehr auf Vorrat. Dies hängt mit den Schwierigkeiten am Holzmarkt zusammen. Der Fahrradmarkt könnte sich sogar erst 2024 wieder erholen. Die Wartezeit auf einige Räder beträgt schon jetzt mehrere Monate. Einige Händler warten noch immer auf 40 Prozent der Fahrräder, die sie im letzten Jahr bestellt haben.

Industrieunternehmen mit Schwierigkeiten

Daher könnte sich die Situation so entwickeln, dass es für Dienstleister nun wieder aufwärtsgeht. Bei vielen Industrieunternehmen könnte es trotz der guten Auftragslage aber besser laufen, denn die Lieferengpässe gehen auch mit hohen Kosten für viele Vorprodukte und Rohstoffe einher. Weiter hofft die Bundesbank aber dennoch, dass die deutsche Wirtschaft spätestens im Herbst wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht.

Zudem deuten einige Informationen darauf hin, dass die Deutschen ihr Einkaufsverhalten in der Pandemie nachhaltig verändert haben. Das spontane Einkaufen um die Ecke wird wohl immer seltener, während einige mittlerweile auf Vorrat einkaufen. Von dieser Entwicklung geht zumindest das Marktforschungsinstitut NielsenIQ aus, dass Daten von 20.000 Haushalten ausgewertet hat.

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Weniger Einkäufe, mehr auf Vorrat kaufen

Depotvergleich.com Icon VergleichDie Menschen in Deutschland gehen damit wohl weniger einkaufen und planen ihre Einkäufe besser. Von dieser Entwicklung profitieren wohl vor allem die großen Supermärkte. Laut der GfK konnten REWE oder Edeka ihre Umsätze im ersten Halbjahr um 6,3 Prozent steigern während die Discounter einen Rückgang von 1,4 Prozent verzeichnen mussten.

Das E-Commerce wächst ebenfalls weiter. Laut den Forschern von Nielsen stiegen die Konsumgüterumsätze im Onlinehandel im letzten Jahr um 34 Prozent. Bei Lebensmitteln oder Tierfutter ist der Onlinehandel aber nicht so gefragt wie in anderen Ländern in Europa. Während der Pandemie stieg der Marktanteil des E-Commerce bei Konsumgütern in Deutschland nur um 1,2 Prozent. In Frankreich liegt er aber bereits bei 10,2 Prozent und in Großbritannien sogar bei fast zwölf Prozent.

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Fazit: Wirtschaft erholt sich weiter

Depotvergleich.com Icon FazitDie deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal etwas stärker als zunächst geschätzt. Die gute Entwicklung wird auch vom ansteigenden Konsum angetrieben. Allerdings befürchtet die Bundesbank, dass die Delta-Variante und sinkende Impfquoten eine schwächere Entwicklung im Herbst zur Folge haben könnten.

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