Dividendensaison 2016: SDAX ohne Rekordmarke

Während es bei DAX, MDAX und auch TecDAX in der laufenden Dividendensaison voraussichtlich (da noch nicht alle Hauptversammlungen stattgefunden haben) neue Rekordwerte geben wird, ist dies beim „kleinen Bruder“ dieser Indizes, dem SDAX, wahrscheinlich nicht der Fall. Dieser Beitrag soll die Hintergründe dazu ein wenig beleuchten. Hier zu den interessanten Details zur Thematik „Dividendenzahlungen“ der in den Indizes der DAX-Familie enthaltenen Gesellschaften:

Inhaltsverzeichnis

  • Indizes der DAX-Familie: Niveau von 2008 wieder erreicht
  • 20% Zuwachs bei der Dividendensumme der SDAX-Titel wahrscheinlich
  • Dividendenzahlungen aus der Substanz?
    • Klarstellung

Indizes der DAX-Familie: Niveau von 2008 wieder erreicht

Beim SDAX wird die Dividendensumme im laufenden Jahr voraussichtlich um rund 20% steigen – aber anders als bei DAX, MDAX und TecDAX wird das nicht für einen neuen Rekordwert reichen. Nach der Finanzkrise 2008/2009 hatte es bei zahlreichen Aktiengesellschaften Kürzungen der Dividendenzahlungen gegeben – entsprechend waren auch die aggregierten Dividendensummen der in diesen Indizes enthaltenen Aktiengesellschaften gefallen. DAX, MDAX und TecDAX können dieses Jahr aber wieder das Niveau des Jahres 2008 erreichen und übertreffen. Einen Überblick über den MDAX hatte ich Ihnen in folgendem Beitrag gegeben:

Alle MDAX-Aktien mit Dividendenzahlungen

Soviel kurz zusammengefasst: Von den 50 im MDAX enthaltenen Aktiengesellschaften schütten dieses Jahr voraussichtlich alle eine Dividende aus. Insgesamt soll die Ausschüttungssumme um rund 33% auf insgesamt ca. 6,8 Mrd. Euro steigen. Und wie sieht es nun beim SDAX aus? Im SDAX sind ebenfalls 50 Aktiengesellschaften enthalten. Es geht sozusagen eine Liga nach unten – hier geht es um die sogenannten „Small Caps“, während im MDAX „Mid Caps“ enthalten sind. Die im SDAX enthaltenen Titel sollen die sein, die auf die 50 im MDAX enthaltenen Aktiengesellschaften folgen. Mitglied im SDAX kann nur sein, wer gemäß 110/110 Regel zu den mindestens 110 größten börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften in Bezug auf Umsatz und Marktkapitalisierung gehört. Die Marktkapitalisierung entspricht der Zahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs.

zum Anbieter DEGIRO

20% Zuwachs bei der Dividendensumme der SDAX-Titel wahrscheinlich

Natürlich ist die Summe der Dividendenzahlungen der 50 SDAX-Unternehmen geringer als die der 50 MDAX-Gesellschaften. Denn im SDAX sind ja auch kleinere Titel enthalten! Der prozentuale Zuwachs der Dividendensumme soll laut Schätzungen der Societe Generale im laufenden Jahr bei rund 20% liegen und knapp unter der Marke von 1 Mrd. Euro liegen (wie gesagt, beim MDAX werden es voraussichtlich ca. 6,8 Mrd. Euro). Was ich bedenklich finde: Den Zahlen zufolge soll die Höhe der Dividende bei 7 SDAX-Unternehmen über der Höhe des Gewinns liegen. Mit anderen Worten: Die Höhe der Dividende kann nur dadurch geleistet werden, dass von der Substanz gezehrt wird. Das finde ich keineswegs gut – die Dividende ist so jedenfalls kein eindeutiger Maßstab des wirtschaftlichen Erfolgs. Es gilt natürlich, den Einzelfall zu prüfen:

Dividendenzahlungen aus der Substanz?

Wenn ein Unternehmen auf hohen Cash-Beständen sitzt und diese im eigenen Geschäftsfeld nicht sinnvoll investieren kann – aus welchen Gründen auch immer -, dann kann es wirklich sinnvoll sein, dieses Geld an die Aktionäre auszuschütten. Doch wenn es nur darum geht, aus „optischen Gründen“ die Dividendenhöhe des Vorjahres halten zu wollen, und dafür die Zahlung aus der Substanz leistet, dann behagt mir das nicht. Übrigens: Bei den SDAX-Unternehmen dürfte der Anteil der deutschen Aktionärinnen und Aktionäre wahrscheinlich etwas höher sein als bei den in den anderen Indizes enthaltenen Aktiengesellschaften. So sollen beim DAX mehr als die Hälfte aller Aktien in ausländischen Händen liegen – weshalb ein entsprechend hoher Anteil der Dividenden-Milliarden auch ins Ausland gezahlt wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Bildquelle: pixabay.com

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.