Ferrari mit erfolgreichem Börsengang

„Ferrari“ – dieser Name sagt wohl jedem etwas. Wer verbindet den Namen dieses italienischen Autoherstellers nicht mit einem schnittigen Sportwagen – und wahrscheinlich in der Farbe „rot“. Seit gestern gibt es nun auch Ferrari-Aktien, denn gestern fand der Börsengang dieses Unternehmens statt. Wie ist dieser verlaufen, was sagt der Kurs und was sind die Hintergründe dieses Börsengangs von Ferrari? Hier einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Ferrari wird aktuell mit rund 10 Mrd. Euro bewertet
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Der Börsengang erfolgte an der New Yorker Börse. Bekanntlich haben die Aktien dort Kürzel – und das Kürzel von Ferrari ist „RACE“. Das lässt sich im Unterschied zu manch anderen Börsenkürzeln durchaus leicht behalten. Der Ausgabekurs der Aktien lag bei 52 Dollar je Stück. Daran gemessen war der erste Handelstag erfolgreich: Denn der Kurs der Aktie beendete seinen ersten Handelstag bei rund 55 Dollar und damit deutlich über dem Ausgabekurs. Im Handelsverlauf hatte die Notierung im Hoch auch schon bei über 60 Dollar gelegen. Anwesend an der New Yorker Börse war übrigens mit Piero Lardi Ferrari der Sohn des Unternehmensgründers Enzo Ferrari. Piero Lardi Ferrari ist mit bisher 10% Anteil an Ferrari auch einer der beiden Großaktionäre des Unternehmens. Der andere ist Fiat Chrysler, die bis zum Börsengang 90% der Aktien von Ferrari gehalten haben. Piero Lardi Ferrari hält erst einmal seine 10% – die nun an die Börse gebrachten Aktien stammen aus dem Bestand von Fiat Chrysler.

Bei boerse.ARD.de hieß es zum Handelsstart der Ferrari-Aktie entsprechend passend: „Ferrari geht ab“!

Quelle: „Ferrari geht ab“ von boerse.ARD.de

An die Börse gebracht wurden allerdings nur gut 9% der Ferrari-Aktien (und zwar aus dem Bestand von Fiat Chrysler – mit der Option des Verkaufs eines weiteren Prozentpunktes der Ferrari-Aktien). Die neuen Kleinaktionäre werden bei der nächsten Hauptversammlung also voraussichtlich nicht viel zu sagen haben. Doch abwarten – wenn sich der Kurs positiv entwickelt, ist es durchaus denkbar, dass Altaktionäre dann zu Verkäufen ihrer Aktienpakete inspiriert werden. Sei es durch das Weiterreichen von Aktienpaketen an strategische Investoren oder durch eine weitere Tranche eines öffentlichen Börsengangs. Fiat Chrysler jedenfalls hat bereits angekündigt, seinen Anteil an Ferrari an die eigenen Aktionäre weiterreichen zu wollen. Wir werden sehen, wie das im Detail aussehen wird.

Ferrari wird aktuell mit rund 10 Mrd. Euro bewertet

Durch den gestern stattgefundenen Börsengang wurden jedenfalls erst einmal rund 893 Mio. US-Dollar erlöst. Der Ausgabekurs der Aktien hatte am oberen Rand der der Zeichnungsspanne gelegen. Auf Basis des aktuellen Kurses wird Ferrari übrigens mit rund 10 Mrd. Euro bewertet. Das ist durchaus happig, wenn man bedenkt, dass der Großaktionär Fiat Chrysler (der aktuell rund 81% der Ferrari-Aktien hält!) selbst mit insgesamt rund 17 Mrd. Euro bewertet wird.

Aber vielleicht spielen hier auch emotionale Gründe mit hinein. Und so wie es aussieht, reicht auch eine einzige Aktie, um zur Teilnahme an der Hauptversammlung eingeladen zu werden. Und sofern diese am Sitz der Hauptverwaltung im italienischen Maranello (Rechtssitz ist in Amsterdam) stattfinden sollte, dann könnte der Erwerb von Ferrari-Aktien von „Sportwagen-Freaks“ bereits unter dem Aspekt einer Eintrittskarte dorthin interessant sein. Doch wo die nächste Hauptversammlung stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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