Know How zum Zertifikate-Traden

Gelegentlich lassen sich Anfänger im Börsengeschäft davon irritieren, dass bei Zertifikaten die Umsätze oft ziemlich gering bis gar nicht vorhanden sind. Diese Anleger(innen) haben dann Sorge, dass der Handel illiquide ist und sie nicht verkaufen können, wenn sie das vorhaben. Ist das so, bleiben solche Börsianer dann eventuell auf ihren Scheinen „sitzen“? Hier möchte ich ein wenig Aufklärungsarbeit leisten. Denn in der Regel wird der Emittent des Scheins als „Market Maker“ tätig und verhindert an normalen Börsentagen, dass jemand auf den Scheinen sitzenbleibt, wenn er oder sie verkaufen möchte. Warum das so ist – siehe die folgenden Details in diesem Beitrag:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Wie oft werden die Kurse vom Market Maker aktualisiert?
  • Zertifikate: So funktioniert eine Transaktion in der Praxis
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Wenn Sie mit börsengehandelten Zertifikaten traden, dann sind Sie in der Regel nicht von tatsächlichen Umsätzen abhängig – wenn Sie kaufen oder verkaufen möchten. Der Emittent = Herausgeber dieser Zertifikate übernimmt üblicherweise die Funktion eines sogenannten Market Makers. Was bedeutet das? Ein Market Maker stellt an den Handelstagen fortlaufend verbindliche An- und Verkaufskurse. Diese werden ständig aktualisiert, manchmal alle paar Sekunden; ich habe aber oft genug erlebt, dass gerade in hektischen Börsenzeiten die Kursstellungen zwischenzeitlich ausgesetzt werden. Hier lohnt es sich, einmal die Kursstellungspraxis diverser Emittenten zu vergleichen, auch und gerade in Zeiten hoher Volatilität!

Wie oft werden die Kurse vom Market Maker aktualisiert?

Bei einigen Scheinen wie bestimmten Strategie-Zertifikaten gibt es auch nur einmal täglich eine Aktualisierung. Am besten prüfen Sie das vorher! Zu welchen Kursen können Sie nun kaufen oder verkaufen? Die aktuelle Höhe dieser An- und Verkaufskurse können Sie sehr leicht bestimmen: Es handelt sich dabei um den Geld- und der Briefkurs, die zu jedem Zertifikat angezeigt werden. Und das bedeuten diese Begriffe:

  • Geldkurs entspricht dem Kurs, den Sie vom Emittenten erhalten,wenn Sie Stücke verkaufen möchten.
  • Im Gegensatz dazu ist der Briefkurs der Kurs, den Sie bei einem anvisierten Kauf des Zertifikats pro Stück bezahlen müssen.

Generell liegt der Briefkurs von der Höhe her über dem Geldkurs. Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs wird Spread genannt. Wer streicht die Differenz ein? Natürlich der Emittent. Deshalb gilt: Aus unserer Sicht (= Sicht des Privatanlegers) ist ein niedrigerer Spread besser als ein hoher Spread. Der Emittent sieht das natürlich tendenziell genau anders herum. Und wie sieht das nun in der Praxis aus?

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Zertifikate: So funktioniert eine Transaktion in der Praxis

Das passiert, wenn Sie ein Zertifikat kaufen möchten: Sobald Sie einen Kaufauftrag für ein bestimmtes Zertifikat in den Markt legen und zeitgleich kein anderer Investor diesen Schein verkaufen möchte, dann springt der Emittent ein und verkauft Ihnen die gewünschten Stücke. Das ist üblicherweise eine Frage von Sekunden, maximal Minuten. Wie oben dargelegt – gerade in turbulenten Börsenzeiten kann der Emittent aber seinen Service auch einstellen! Analog verhält es sich bei Verkäufen: Wenn Sie eine Verkaufsorder für ein bestimmtes

Zertifikat in den Markt legen, dann springt der Emittent ein und kauft alle Ihre Stücke zum gerade aktuellen Ankaufskurs (sofern zeitgleich kein anderer Anleger kaufen möchte an diesem Börsenplatz). Dies gilt für den börslichen Handel. Es gibt auch den außerbörslichen Handel, direkt mit dem Emittenten – doch das führt im Rahmen dieses Beitrags zu weit und ist ein anderes Thema.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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