Willkommen im DAX, Vonovia!

Der Immobilienkonzern Vonovia wurde von der Deutschen Börse AG zum Nachfolge des Chemikonzerns Lanxess erkoren – was die Mitgliedschaft im deutschen Leitindex DAX betrifft. Im Vorfeld der Entscheidung gab es einige Spekulationen – doch der Aufstieg von Vonovia war duchaus wahrscheinlich. Fraglicher war eher, ob die Deutsche Lufthansa auch „fliegen“ würde, und zwar aus dem DAX, und nicht nur Lanxess. Nun war es aber nur Lanxess, und dafür wird Vonovia aufgenommen. Hier weitere Details zu dieser Thematik:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Vonovia: Rund eine Million Mieter(innen) in Deutschland
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Zum 21. September soll der DAX dann umgebaut werden (sprich: Lanxess raus, Vonovia rein). Das war letzten Donnerstag nach Börsenschluss der US-Börsen von der Deutsche Börse AG beschlossen werden. Dann wird auch die Gewichtung der Index-Mitglieder entsprechend angepasst werden. In den Handelstagen bis zum Stichtag wird der DAX weiterhin in der aktuellen Besetzung inklusive Lanxess berechnet. Es war dann im Nachhinein eine eher kurze Zeit für Lanxess als DAX-Mitglied: Weniger als drei Jahre war die Aktie Bestandteil des deutschen Leitindices. (Ein zukünftiger Wiedereinstieg in den DAX ist natürlich möglich.)

Eine DAX-Mitgliedschaft ist an sich noch kein Grund dafür, dass eine Aktie kaufenswert ist. Sonst wäre schließlich jede der 30 DAX-Aktien per se jederzeit kaufenswert. Ein Aufstieg in den DAX kann aber für eine Aktie verstärkte Aufmerksamkeit bedeuten. Und das sehen wir auch gerade: In den letzten Tagen (nach der Entscheidung der Deutsche Börse AG zur geänderten DAX-Zusammensetzung) gab es in deutschsprachigen Finanzmedien einige Berichte zu „Vonovia“.

Es ging in den Berichten schon damit los, dass auf den Hintergrund von „Vonovia“ verwiesen wird. Der Name sagte bis vor wenigen Tagen wohl nur wenigen Insidern etwas…denn bis Anfang September hieß der Konzern noch „Deutsche Annington“. Dieser Immobilienkonzern hat in Deutschland eine starke Stellung: Es handelt sich um den größten privaten Vermieter in Deutschland.

Vonovia: Rund eine Million Mieter(innen) in Deutschland

Die Deutsche Annington bzw. nun Vonovia haben rund eine Million Mieter(innen) in Deutschland. Die Zahl der eigenen Wohnungen soll bei rund 370.000 liegen, an rund 700 unterschiedlichen Standorten. Zuletzt waren die Konkurrenten Gagfah und Südewo übernommen worden.

Es gab auch eine Menge Kritik an der „Deutsche Annington“. Ein Finanzinvestor (Hedgefonds) hatte seine Rendite maximieren wollen, sozusagen ohne Rücksicht auf Verluste. Bedeutete im Klartext: Beschwerden von Mietern wurden offensichtlich nicht immer ernst genommen, bestehende Objekte wurden vernachlässigt. Wenn das zutraf, und laut diversen Berichten war das der Fall, dann war das etwas, was ich als schändliches Verhalten bezeichnen würde.

Nun soll es besser werden: Der Konzernchef Rolf Buch will die Ausgaben für Instandhaltung und Verbesserungen der bestehenden Wohnungen weiter erhöhen. Worten muss man nicht glauben, doch die Taten sprechen für sich: Im ersten Halbjahr hat die Deutsche Annington ihre entsprechenden Ausgaben laut Geschäftsbericht um rund 120 Mio. Euro erhöht. Das ist doch mal eine gute Entwicklung. Und wenn Vonovia nun als DAX-Mitglied auch diesbezüglich verstärkt unter Beobachtung stehen wird, kann das die Mieter hoffentlich freuen und zu einer fairen Entwicklung führen.

Vonovia ist natürlich von einigen Faktoren abhängig, die nicht in der Hand des Unternehmens liegen. Dazu gehört natürlich zum einen die Entwicklung des Zinsniveaus. Das historisch gesehen äußerst niedrige Zinsniveau beflügelte den deutschen Immobilienmarkt und damit auch die Deutsche Annington bzw. Vonovia. Immer muss das aber nicht so bleiben – denn was ist, wenn ein Zinserhöhungskurs der Fed auch in Deutschland die Zinsen deutlich steigen lassen wird? Und dann ist da die Preisentwicklung der Immobilien. Das ist für einen Konzern wie Vonovia mit rund 370.000 eigenen Wohnungen natürlich eine sehr wichtige Größe.

Klarstellung

Ich weise darauf hin, dass ich in Aktien von SMA Solar investiert habe. Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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