Erfolgreiche Börsenstrategien

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Inhaltsverzeichnis

  • So finden Sie Ihren Trading-Stil
  • Typische Börsenstrategien:
  • Wachstumsstrategie

So finden Sie Ihren Trading-Stil

Es gibt unendlich viele Wege, an der Börse erfolgreich zu handeln. Allerdings springen, sobald sich eine Strategie als erfolgreich erweist, viele Börsianer auf diesen Zug auf. Das vernichtet die Vorteile, und deshalb ist keine Strategie dauerhaft besser als die andere. Vielmehr macht der Trader den entscheidenden Unterschied aus.

Bei der Auswahl einer Strategie sollte der Trader unbedingt darauf achten, dass er sich mit ihr wohl fühlt. Wenn man als Trader von Anfang an Zweifel daran hat, dann ist sie unmöglich dauerhaft umzusetzen. Er wird sich ständig mit seiner Unsicherheit herumschlagen müssen. Und das ist eine schlechte Basis für erfolgreichen Börsenhandel.

Typische Börsenstrategien:

Dividendenstrategie:

Mit diesem Ansatz setzt der Trader auf Stabilität. Unternehmen mit soliden Gewinnen schütten jährlich, meist im Frühjahr, eine Dividende aus. Für den Aktionär bedeutet das eine garantierte Verzinsung seines Kapitals. Und diese Aktien haben einen weiteren Vorteil.

Große institutionelle Anleger, wie zum Beispiel Versicherungen, benötigen sichere Zinseinnahmen. Sie sind deshalb geneigt, primär in dividendenstarke Aktien zu investieren. Die Folge dieser Neigung ist, dass die Dividendenaktien sehr stabil gegen Kursverluste sind. Selbst nach einem Crash steigen diese Aktien als erste.

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Allianz-Aktie im Monats-Chart. Ein solides Unternehmen, das jährlich eine hohe Dividende zahlt. In den vergangenen Jahren lag die Dividende zwischen 4 und 5%

 

Wachstumsstrategie

Obwohl es ein unbeliebtes Thema ist, kann man die Bedeutung des Money-Managements nicht genug betonen. Nicht wenige Trader arbeiten mit einem mittelmäßigen Handelssystem, doch Ihre Handelsergebnisse sind trotzdem positiv. Wenn sie richtig liegen, erhöhen sie den Einsatz, und wenn sie falsch liegen, reduzieren sie das Risiko. Mit dem richtigen Risiko- und Money-Management ist es sogar möglich, mit einem Münzwurfsystem in den Märkten Geld zu verdienen.

Der natürliche Gegenspieler der Dividendenstrategie ist die Wachstumsstrategie. Wer ein Maximum an Kursgewinnen erzielen möchte, wird auf Dividendenaktien wahrscheinlich verzichten. Wachstumsunternehmen haben viel vor. Sie müssen jeden verdienten Euro reinvestieren und wollen deshalb keine Dividenden ausschütten. Ein Börsianer, der von hohen Kursgewinnen profitieren möchte, sollte sich auf Wachstumsunternehmen konzentrieren. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Deshalb können Unternehmen mit hohen Wachstumsraten die höchsten Kurssteigerungsraten erzielen, obwohl sie keine oder nur geringe Gewinne abwerfen.

Die Mehrzahl der Wachstumsunternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen. Oft sind diese auf eine bestimmte Produktgruppe oder Dienstleistung spezialisiert. Bei achstumsunternehmen muss sich der Börsianer bewusst sein, dass Rendite und Risiko eng miteinander verknüpft sind. Eine Aktie, die hoch steigt, kann auch tief fallen.

Zur Erinnerung: Das frühere deutsche Marktsegment „Neuer Markt“ war gespickt mit hoffnungsvollen Wachstumsraketen. Einige Unternehmen haben es geschafft, andere sind von der Bildfläche verschwunden.

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BB-Biotech im Wochen-Chart Eine typische Wachstumsstrategie verfolgt BB-Biotech, indem Beteiligungen gekauft werden. So konnte sich der Kurs der Aktie innerhalb von drei Jahren verdreifachen.

 

Antizyklische Strategie

Trader mit antizyklischer Strategie stellen sich gerne gegen den Markt. Sie sind die Hauptursache dafür, dass es nach einem Crash wieder aufwärts geht. Sie haben Mumm, und es stört sie nicht, eine gegenteilige Meinung zu vertreten. Sie gehen grundsätzlich davon aus, dass sich die Masse der Börsianer irrt.

Oft sind Antizykliker brillante Analysten, die besonders auf Marktextreme achten. Wenn der Markt besonders bullish oder besonders bearish ist, sehen sie die größten Chancen in einer Gegenposition. Da Antizykliker weder den Tiefst- noch den Höchstkurs des Marktes kennen, machen sie für gewöhnlich viele kleine Fehler. Doch bei wenigen Trades erzielen sie sehr hohe Gewinne. Erfolgreiche Antizykliker sind Experten im Risiko- und Money-Management.

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Monats-Chart des Gold-ETF Gold befindet sich in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Obwohl fundamental nichts gegen einen Goldanstieg spricht, wird der Markt von den großen Investoren gemieden. Antizyklische Trader sehen hier gute Einstiegschancen.

Zyklus-Strategien

Die ganze Welt bewegt sich in Zyklen. Wie es in der Natur Jahreszeiten gibt, haben auch Unternehmen zyklisch wiederkehrende Phasen, in denen das Geschäft besser oder schlechter läuft. So profitieren zum Beispiel Einzelhändler immer von der Weihnachtszeit. Sehr präzise ist das zyklische Verhalten bei Rohstoffen. Je nach Jahreszyklus gibt es immer wiederkehrende Verlaufsmuster. Genau danach sucht der Zyklen-Trader. Die meisten Zyklen-Trader sind große Anhänger von saisonalen Verhaltensweisen. Ein oft genutztes Verhaltensmuster ist zum Beispiel die Aktienrallye zum Jahresende.

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Typischer DAX-Jahresverlauf mit Jahresendrallye

 

Momentum-Strategie

Spricht ein Trader vom Momentum, meint er immer den Kursschwung einer Aktie. Das Momentum ist ein feiner Indikator, der bei richtiger Anwendung sogar den Kurs vorwegnehmen kann. Ein Chart-Verlauf setzt sich immer aus zwei Arten von Kurswellen zusammen: Das sind die progressiven und die regressiven Wellen. Das Momentum wird durch progressive Wellen aufgebaut. Die antreibende Kraft einer progressive Welle kann jedoch nicht ewig aufrecht bleiben. Im Anschluss daran gibt es regressive Bewegungsmuster. Es ist die Zeit der Konsolidierung.

Wenn sich mehrere progressive Kursschwünge überlagern, entsteht daraus ein Trend. Börsianer, die sich auf Trends konzentrieren, muss man deshalb als Mitläufer der Momentum-Strategie ansehen. Wahrscheinlich ist die Momentum-Strategie eine der risikoärmsten Börsenstrategien. In langen Trends sind große Erfolge möglich.

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Typischer DAX-Jahresverlauf mit Jahresendrallye

 

Turnaround-Strategie

Nicht immer werden Unternehmen gut geführt. Deshalb gibt es relativ oft die Situation, dass Unternehmen Gewinneinbrüche verzeichnen. Turnaround-Kandidaten haben kurz- bis mittelfristige Probleme. Manchmal ist es auch nur ein kurzfristiger Liquiditätsengpass, der das Unternehmen beeinträchtigt. Der Turnaround-Trader untersucht die Stärken und Schwächen des Unternehmens. Er kauft die Aktie, sobald das Unternehmen restrukturiert wird. Wenn die Aktie den Turnaround schafft, kann der Trader oft hohe Gewinne erzielen. Insbesondere wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens stark ist, sollte der Turnaround einen großen Kursgewinn ermöglichen. Bei der Turnaround-Strategie benötigt der Trader ein fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen. So kann ein schwerer Irrtum sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen. Ein Konkurs ist der worst-case.

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Die Commerzbank als typischer Turnaround-Kandidat Die Aktie hat den Abwärtstrendkanal verlassen. In den nächsten Jahren, so hofft die Unternehmensführung, wird das Unternehmen wieder profitabel sein.

 

Value-Strategie

Viele Analysten bewerten Unternehmen, um deren Unter- oder Überbewertung an der Börse zu identifizieren. Bei einer Unterbewertung des Unternehmens geht der Trader davon aus, dass die meisten Marktteilnehmer die gute Entwicklung des Unternehmens noch nicht erkannt haben. Genau dann steigt der Value-Trader ein. Wenn anschließend die Masse der Marktteilnehmer auf das Unternehmen aufmerksam geworden ist, treibt sie den Aktienkurs in die Höhe. So entsteht der Profit des Value-Traders.

Value-Trader betreiben eine Kombination aus fundamentaler und technischer Analyse. Im Vordergrund steht die fundamentale Analyse. Sie ist für die Auswahl der Aktie oder des Handelsobjektes verantwortlich. Mit der technischen Analyse versucht der Value-Trader den Ein- und Ausstieg zu optimieren. Zu den bekanntesten Anhängern der Value-Strategie gehört der Großspekulant Warren Buffett.

Daytrading-Strategie

Der Daytrader ist ein Anhänger der technischen Analyse, und seine Positionen haben nur eine sehr kurze Haltedauer. Er trifft seine Entscheidungen auf Basis von Charts, Indikatoren, Mustern und Wahrscheinlichkeiten. Erfolgreiche Daytrader sind Experten des Risiko- und Money-Managements. Aufgrund der hohen Entscheidungsfrequenz sind Daytrader mental sehr hoch beansprucht. Die Haltedauer einer Position reicht von wenigen Sekunden bis zu einigen Wochen. Der Gewinn entsteht durch Markt-Timing, wenn der Trader Angebot und Nachfrage richtig prognostiziert.

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Einfaches Beispiel für Daytrading mit dem DAX im 15min-Chart In einem volatilen trendlosen Markt zeigt der RSI(14) beim Überschreiten seiner 60/40-Grenze profitable Handelssignale. Der Ausstieg erfolgt hier nach dem Kreuzen der 50er-Mittellinie.

Fazit

Es gibt unendlich viele Börsestrategien. Deshalb ist es unmöglich, jede einzelne im Detail aufzuführen. Jede der hier beschriebenen Strategien könnte leicht in Unterkapitel aufgeteilt werden. Teilweise überlagern einander die Strategien sogar. Diese Aufzählung kann deshalb nur eine erste Orientierung sein. Für alle Strategiebeispiele ist es erforderlich, sich Kenntnisse und Erfahrung zu erwerben. Genauso wie man einen Beruf nicht an einem Tag erlernen kann, erfordert die Börse Zeit und Ehrgeiz, um an ihr erfolgreich zu werden.

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