Konjunkturerholung verschiebt sich laut dem ifo-Institut

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 01.10.2021


Ebenso wie die OECD hat auch das ifo-Institut seine Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt. Ein Hintergrund ist die aktuelle Situation in der Industrie. Das ifo-Institut geht nun nur noch von einem Wachstum von 2,5 Prozent aus. Vor einigen Monate erwarteten die Ökonomen noch 0,8 Prozent mehr. Aktien aus Deutschland sind, laut unserem XTB Test, auch im Angebot von XTB.

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Erholung nach der Krise dauert länger

Damit wird es nach der Krise wohl noch etwas länger dauern, bis sich die Wirtschaft wieder erholt. Weltweit stieg die Nachfrage nach langfristigen Konsumgütern, elektronischen Geräten und medizinischen Produkten. Viele Unternehmen kamen daher an ihre Kapazitätsgrenzen. Außerdem gab und gibt es einige internationale Lieferschwierigkeiten.

Die Produktion stockt damit weiter. Dienstleister erholen sich aber und auch der Beschäftigungsaufbau entwickelte sich im zweiten Quartal gut. 2021 könnte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,6 Millionen und im nächsten Jahr sogar auf 2,4 Millionen sinken. Die Kurzarbeit wird wohl ebenfalls zurückgehen. Dagegen geht das ifo-Institut davon aus, dass die Inflationsrate in diesem Jahr bei drei Prozent und im nächsten Jahr bei 2,3 Prozent liegen wird.

Dennoch wird sich die Industrie wohl im nächsten Jahr deutlich erholen. Einige Lieferengpässe könnten dann aufgehoben sein und liegen gebliebene Aufträge damit abgearbeitet werden. Dies könnte der gesamten Konjunktur guttun. Die Experten des ifo-Instituts gehen daher für 2022 von einem Wachstum von 5,1 Prozent aus, was 0,8 Prozent mehr sind als bisher gedacht.

Konjunkturerholung verschiebt sich laut dem ifo-Institut

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Nächstes Jahr ausgeglichener Staatshaushalt?

Das Staatsdefizit könnte in diesem Jahr von 157 Milliarden Euro auf 52 Milliarden Euro sinken und im nächsten Jahr ist ein ausgeglichener Staatshaushalt möglich. Auch die Chefvolkswirte privater Banken zeigen sich zuversichtlich für 2022. Der private Konsum könnte bald kräftig steigen, unter Umständen so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Viele Menschen konnten während der Pandemie Geld zur Seite legen. Zudem sind wieder mehr Freizeitangebote möglich. Daher gibt es weiter Nachholeffekte.

Die Verschuldung wird aber weiter hoch sein. Laut der Bundesbank stiegen die Staatsschulden durch die Pandemie im letzten Jahr um 275 Milliarden Euro auf rund 2,3 Billionen Euro. In den Vorjahren konnten Schulden getilgt werden. Die Schuldenquote, also der Schuldenstand im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt, stieg 2020 um 10,3 Prozent auf 70 Prozent. Dies war der stärkte Jahresanstieg seit der Wiedervereinigung. 2019 konnte Deutschland erstmals seit 2002 wieder die Vorgaben aus dem Maastricht-Vertrag einhalten.

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Schuldenquote in anderen Ländern höher

Deutschland präsentiert sich damit im internationalen Vergleich allerdings recht gut. Die Schuldenquote in Italien stieg auf 155 Prozent der Wirtschaftsleistung, in Frankreich auf 115 Prozent und in den USA auf 131 Prozent. In diesen Ländern reichen damit Steuereinnahmen nicht aus, um alle Kosten und Ausgaben decken zu können. Daher müssen sich die Länder viel Geld leihen.

Die Industrie hat die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren gestützt. Nun haben einige Branchen, beispielsweise die Autoindustrie, einige Probleme. 2020 erreichte allein die Industrie einen Umsatz von 200 Milliarden Euro und war der viertgrößte Produzent von Industriegütern. Im letzten Jahr lag der Anteil des verarbeitenden Gewerbes und der Industrie 19,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt Deutschland vor Japan, den USA oder Frankreich.

Konjunkturerholung verschiebt sich

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Industrie stützt deutsche Wirtschaft

Hierzulande arbeiten 6,2 Millionen Menschen in der Industrie. Experten gehen davon aus, dass 40 Prozent der Wertschöpfung direkt oder indirekt von der Industrie erbracht wird. Auf der anderen Seite ist aber die Steuerlast hoch. Wer ein durchschnittliches Gehalt verdient, muss fast die Hälfte des Bruttolohns als Steuer abführen. Nur in Belgien ist es noch etwas mehr. In der Schweiz liegt die durchschnittliche Steuerlast nur bei rund 22 Prozent und in den USA bei 28,3 Prozent. Insgesamt liegt Deutschland mit einer Steuerbelastung von fast 30 Prozent weltweit vorne.

Auch die Bürokratie in Deutschland wird immer wieder kritisiert. So ist es nicht verwunderlich, dass beide Themen auch im Wahlkampf eine Rolle spielten. Der Verband der chemischen Industrie geht davon aus, dass die Bürokratie jedes Jahr über 50 Milliarden Euro kostet. Auch im digitalen Bereich hat Deutschland weiter Schwächen. Die Digitalisierung ist damit ein weiteres Thema, dass uns in den nächsten Jahren begleiten wird.

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OECD senkt Wachstumsprognose

Die OECD geht davon aus, dass das Wachstum in Deutschland in diesem Jahr nur 2,9 Prozent betragen wird, während sich die gesamte europäische Wirtschaft besser erholen könnte. Im Mai ging die OECD noch von einem Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent aus. Die OECD untersuchte 20 Länder. Deutschland kam nur auf den 17. Platz. Sogar Indonesien liegt im Ranking vor Deutschland. Nur für Japan sind die Vorhersagen der OECD schlechter. Dort erwartet die OECD ein Wirtschaftswachstum von nur 2,5 Prozent.

Hintergrund sind auch hier die andauernden Lieferengpässe. Vor allem die Autoindustrie und das Verarbeitende Gewerbe sind nach Auffassung der OECD davon betroffen. Zudem war der Wirtschaftseinbruch in Deutschland während der Pandemie im letzten Jahr mit fast fünf Prozent stärker als in anderen europäischen Ländern.

Allerdings sind die Nachfrage und die Auftragslage weiter hoch. Wenn sich nun die Lieferengpässe auflösen, könnte die Erholung im nächsten Jahr deutlich ausfallen. Hier hat die OECD damit ähnliche Erwartungen wie das ifo-Institut. Die Experten der OECD hoben demnach ihren Ausblick für 2022 von 4,4 auf 4,6 Prozent an.

ifo-Institut & OECD senken Erwartungen

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Umgekehrtes Bild in Europa

Die Wirtschaft in der Eurozone könnte nach Auffassung der OECD in diesem Jahr um 5,3 Prozent wachsen. Im Mai ging die OECD noch von nur 4,3 Prozent aus. Die besonders hohe Konsumnachfrage in Frankreich spielt hier eine große Rolle. Dort könnte die Wirtschaft in diesem Jahr sogar um 6,3 Prozent wachsen. Auch für Italien sind die Aussichten mit 5,9 Prozent gut. Allerdings könnte sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im nächsten Jahr wieder verlangsamen und nur noch 4,6 Prozent betragen.

Mit Blick auf die Weltwirtschaft geht die OECD in diesem Jahr von einem Wachstum von 5,7 Prozent aus und für 2022 von 4,5 Prozent. Hier haben sich die Prognosen der Organisation kaum verändert. Weiter ist die Entwicklung je nach Land sehr unterschiedlich, was auch beispielsweise mit konjunkturellen Hilfen und dem Fortschritt bei Impfkampagnen zusammenhängt.

Die OECD senkte auch ihre Wachstumsprognose für die USA und geht für das Land statt von 6,9 Prozent nun nur noch von sechs Prozent aus. Für das nächste Jahr wurde die Prognose von 3,6 auf 3,9 Prozent erholt. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt könnte weiter sehr schnell wachsen. Die OECD geht weiter von 8,5 Prozent in diesem Jahr und 5,8 Prozent im nächsten Jahr aus.

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Wirtschaftsleistung in der Eurozone im zweiten Quartal gestiegen

Im zweiten Quartal 2021 stieg die Wirtschaftsleistung in der Eurozone aber stärker als erwartet worden war. Von April ging das Bruttoinlandsprodukt laut dem Statistikamt Eurostat um 2,2 Prozent nach oben. Die Behörde korrigierte damit eine erste Schätzung um 0,2 Prozent nach oben. Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone um 0,3 Prozent.

Die spanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal mit 2,8 Prozent besonders stark und auch die italienische Wirtschaft präsentierte sich mit 2,7 Prozent sehr gut. Die französische Wirtschaft wuchs dagegen nur um 1,1 Prozent und die deutsche um 1,6 Prozent. Irland und Portugal lagen mit 6,3 Prozent bzw. 4,9 Prozent Zuwachs im europäischen Vergleich an der Spitze.

Spanien oder Österreich profitieren dabei davon, dass der Tourismus wieder anzieht. Außerdem zeigen die Corona-Hilfen der Regierungen und der EU wohl Wirkung. Dennoch liegen die Zahlen weiterhin nicht auf dem Vorkrisenniveau und die Aussichten für die nächsten Monate sind bei einigen Experten eher negativ. So sank der ZEW-Index zu den Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zuletzt um fast 14 Prozent auf 26,5 Punkte.

Konjunkturerholung verschiebt sich

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Fazit: Konjunkturerholung nach Krise dauert länger

Das ifo-Institut geht ebenso wie die OECD davon aus, dass sich die Wirtschaftserholung in Deutschland verzögert. Beide senkten ihre Prognosen. Hintergrund sind vor allem die weiter bestehenden Lieferengpässe. In anderen europäischen Ländern gelingt die Wirtschaftserholung dagegen schneller.

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