Aktie im Blick: RWE

Aktie im Blick - RWE

RWE kommt seit einigen Wochen nicht aus den Schlagzeilen heraus. Zunächst gab es wochenlang Diskussionen rund um die Räumung des Hambacher Forst, dann stoppt das Oberverwaltungsgericht in Münster die Rodung des Waldgebiet. Seit einigen Jahren demonstrieren in dem Waldgebiets zwischen Köln und Aachen Umweltschützer gegen Braunkohle und die Rodung des Walds. Unter anderem hatte sie dort Baumhäuser gebaut und auf diesem Weg den Wald besetzt. Bereits die Rodung, die mit einem großen Polizeieinsatz einherging, schadete dem Ruf des Energieunternehmens. Die Aktie verlor bereits im Zuge der Räumungsaktion, am Tag der Gerichtsentscheidung aus Münster ging es für die RWE-Aktie dann steil bergab.

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Inhaltsverzeichnis

  • Nach Räumung weiter Diskussionen
  • Seit Jahren Proteste
  • Erfolg für Umweltverband vor Gericht
  • Langes Verfahren möglich
  • Früherer Kohleausstieg gefordert
  • Kaum Auswirkungen auf Vorsorge-Index und den DAX
  • Positive Entwicklung bis September
  • Morgan Stanley sah positive Zukunft für RWE
  • Gute Prognose für RWE
  • Gewinnrückgang bei RWE-Aktie in diesem Jahr erwartet
  • Energiewende große Herausforderung
  • Erneuerbare Energien an Innogy ausgelagert
  • Räumung des Waldes führte zu Kursverlusten
  • Negative Entwicklung der RWE-Aktie
  • Günstiges Umfeld über Jahrzehnte
  • Fazit: Schlagzeilen belasten RWE-Aktie

Nach Räumung weiter Diskussionen

Das Ende der Räumungsaktion beruhigte die Situation rund um das Waldgebiet kaum. Nach der Gerichtsentscheidung gab es erneut Demonstrationen im Wald. Die Entscheidung des Gerichts hatte zur Folge, dass die RWE-Aktie noch am selben Tag um mehr als sieben Prozent verlor. Der Wert von 20,43 Euro markierte ein Viermonatstief. In den Folgetagen kamen weitere Verluste auf ein Sieben-Monats-Tief von 18,85 Euro dazu. Aktuell kostet eine Aktie von RWE rund 17 Euro. Nach der Entscheidung des Gerichts informierte RWE seine Anleger, dass der Rodungsstop hohe Kosten nach sich ziehen könnte. Das Unternehmen rechnet mit einem dreistelligen Millionenbetrag, der ab dem nächsten Jahr das operative Ergebnis belasten wird.

Seit Jahren Proteste

Im Hambacher Forst finden bereits seit Jahren Proteste gegen Baukohle und die Rodung des Waldes statt. Bei der Räumung kam zudem ein Mensch ums Leben. Das Waldgebiet umfasste früher mehr als 4.000 Hektar. Davon sind seit Beginn des Tagesbaus nun nur noch 200 Hektar erhalten. Von diesen will RWE nochmals 100 Hektar roden lassen, um den Braunkohle-Tagebau zu erweitern.

Dies ist aus Sicht des Unternehmens unumgänglich. Ein Rodungsstop hätte laut RWE schwerwiegende Folgen für die Erzeugung von Strom in Kraftwerke. Da man schon im letzten Jahr auf weitere Rodungen verzichtet hatte, sind laut dem Unternehmen keine weiteren Verschiebungen möglich.

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Erfolg für Umweltverband vor Gericht

Dennoch klagte der Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) mit Erfolg von dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Die Naturschutzorganisation sieht im Hambacher Forst ein schützenswertes FFH-Schutzgebiet, da hier die Bechsteinfledermaus lebt.

Das Gericht urteilte, dass die juristischen Fragen rund um den Hambacher Forst zu komplex seien, als dass man darüber in einem Eilverfahren entscheiden könnte. Nun muss also das Verwaltungsgericht in Köln über einen endgültigen Rodungsstop entscheiden. Dies könnte sich laut RWE bis Ende 2020 hinziehen. Solange keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, muss das Unternehmen die Rodung einstellen. RWE argumentierte vor Gericht, dass man den Wald weiter roden müsste, um die Sicherheit bei der Stromversorgung zu gewährleisten. Das Gericht ließ verlauten, dies sei von RWE nicht ausreichend belegt worden.

Langes Verfahren möglich

Das Verfahren kann sich so noch monate-, vielleicht auch jahrelang hinziehen und damit möglicherweise hohe Kosten verursachen. Die von RWE genannte Summe entspricht in etwa den Gewinnen, die das Unternehmen im ersten Halbjahr 2018 mit Braunkohle und Kernenergie erzielte. Dennoch gehen Beobachter davon aus, dass RWE diese Verluste verkraften wird. Der Ruf des Unternehmens könnte unter der aktuellen Situation dagegen stark leiden.

Nicht nur Naturschützer halten Braunkohle für einen veralteten Energieträger. Erneuerbare Energien gelten gemeinhin als zukunftsfähiger. Möglicherweise entscheiden sich daher auch große Anleger wie der international bekannte Vermögensverwalter Blackrock dafür, nicht mehr in Aktien eines Unternehmens zu investieren, dass weiter an Braunkohle festhält.

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Früherer Kohleausstieg gefordert

Darüber hinaus fordert beispielsweise die Kohlekommission der Bundesregierung einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle sowie die frühzeitigere Abschaltung von Braunkohle-Kraftwerken. Derzeit wird dies für Mitte des Jahrhunderts angestrebt. RWE könnte durchaus verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Das Unternehmen will die Aufgaben des Tochterunternehmens Innogy im Bereich der erneuerbaren Energien übernehmen, vorausgesetzt, dies wird von den Kartellbehörden genehmigt. Das Unternehmen plant zudem, in den nächsten drei Jahren 38 Prozent weniger Braunkohle zu fördern.

Kaum Auswirkungen auf Vorsorge-Index und den DAX

Im Gegensatz zu RWE verliefen die letzten Wochen für die gesamte Energiebranche durchaus optimistisch. Der Stoxx Europe 600 Utilities verlor zwar ebenfalls am Tag der Gerichtsentscheidung, konnte sich jedoch rasch wieder fangen. Die Energiebranche wird derzeit durch die steigenden Renditen am amerikanischen Aktienmarkt belastet. Steigen Anleihe-Renditen, werden Dividendenaktien für Anleger immer uninteressanter.

Der DAX wird von den Schwierigkeiten bei RWE kaum beeinflusst, da die Gewichtung der Aktie im Leitindex nur bei 1,04 Prozent liegt. RWE gehört zu den fünf Unternehmen, die am wenigsten Einfluss auf die Berechnung des DAX haben. Dennoch gehört RWE mit einem Umsatz von über 32 Milliarden Euro und einem Gewinn von 876 Millionen Euro zu den wichtigsten Energieversorgern in Deutschland. In aller Welt arbeiten zudem über 60.000 Menschen für das Unternehmen aus Essen.

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Positive Entwicklung bis September

Noch bis Mitte September sah es für die RWE-Aktie sehr gut aus. Beobachter hofften, dass sich nicht nur die RWE-Aktie, sondern die gesamte Energiebranche stabilisieren könnte. Eine Anlage in Versorgeraktien galt wieder als solide. Ob dies weiterhin der Fall ist, ist fraglich. Als RWE vor einigen Wochen einen Gewinnrückgang vermelden musste, hatte dies kaum Auswirkungen auf die Aktie, denn dies war von Anlegern erwartet worden. Allerdings kämpft RWE seit 2011 mit den Aufgaben der Energiewende, worunter in den letzten Jahren auch die Aktie des Unternehmens litt. Zu Jahresbeginn schien allerdings eine Trendwende möglich. Bis Mitte September konnte die Aktie 25 Prozent dazugewinnen. Nach der Entscheidung des Gerichts in Münster verlor die RWE-Aktie allerdings massiv.

Morgan Stanley sah positive Zukunft für RWE

Im September waren auch die Prognosen der amerikanischen Großbank Morgan Stanley für RWE und die europäische Energiebranche durchaus optimistisch. Die Bank nannte RWE und vier weitere europäische Unternehmen der Branche, bei denen sie gute Chancen auf eine positive Entwicklung der Kurse sah. Für die Aktien dieser Unternehmen wurden die Kursziele um 22 bis 43 Prozent erhöht. Insgesamt lautete die Einschätzung, dass sich der Markt gut entwickeln könnte.

Seit 2008 entwickelten sich Versorger-Aktie mit Ausnahme von 2014 immer schwächer als der gesamte Markt. Nun könnten sich Versorger-Aktien erstmals seit Jahren wieder besser entwickeln als der Gesamtmarkt. Allerdings sind die Voraussetzungen anders als 2014. Damals spielten bei der guten Entwicklung unter anderem niedrige Anleihenrenditen und günstige Rohstoffpreise eine Rolle. Der Optimismus von Morgan Stanley ist nun in erfolgversprechenden Gewinneinschätzungen begründet. Steigende Strompreise könnten höhere Umsätze zur Folge haben.

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Gute Prognose für RWE

Vor den Turbulenzen rund um den Hambacher Forst erhöhte Morgan Stanley für RWE das Kursziel auf 26 Euro. Von diesem Wert ist die Aktie nun jedoch weit entfernt. Vor einigen Wochen stimmten Morgan Stanley die Wachstumsziele von RWE optimistisch. Damals wurden gute Geschäftszahlen für 2018 und das Folgejahr prognostiziert, die sich günstig auf die Kursentwicklung auswirken könnten. Auch die freie Cash Flow Rendite von zwölf Prozent und der Aspekt, dass RWE frei von Finanzverbindlichkeiten ist, schätzte Morgan Stanley als positiv ein.

Gewinnrückgang bei RWE-Aktie in diesem Jahr erwartet

Schon vor den Entwicklungen rund um den Hambacher Forst ging Morgan Stanley allerdings von einem Gewinnrückgang bei der RWE-Aktie von zwei Euro auf 1,39 Euro in diesem Jahr aus. Damit bleibt der Gewinn beim Handel mit Aktien von RWE weiterhin niedrig. Für die Zukunft zeigte sich Morgan Stanley vor einigen Wochen jedoch durchaus optimistisch und prognostizierte für die kommenden beiden Jahre leichte Zuwächse auf 1,59 bis 1,69 Euro beim Gewinn pro Aktie. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis könnte damit 2020 12,95 betragen.

In den letzten Tagen blieben auch andere Analysten in ihren mittel- und langfristigen Überlegungen durchaus zuversichtlich, senkten allerdings zum Teil ihre Kursziele für die Aktie von RWE. Morgan Stanley schätze noch im September einen Anstieg der Dividenden von 0,50 auf 0,70 als realistisch ein. In den nächsten beiden Jahren könnte die Dividende sogar 0,85 und einen Euro betragen.

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Energiewende große Herausforderung

Die Energiewende ist wohl die größte Herausforderung für RWE in den letzten Jahrzehnten. Das Unternehmen plant eine Neustrukturierung und will jährlich 1,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren. Schon von 2008 bis 2015 war die Aktie des Unternehmens in Schwierigkeiten und sank damals von 100,64 Euro auf 9,20 Euro.

Seit September 2015 war jedoch ein Aufwärtstrend erkennbar. Dennoch ist die Aktie noch immer näher an ihrem historischen Tiefstwert als an ihrem Rekordhoch. Schon vor den Geschehnissen rund um den Hambacher Forst biss sich der Aktienkurs am Widerstand bei 23,14 Euro die Zähne aus. Würde der Aktienkurs dieses Vorjahreshoch wieder erreichen, wäre dies ein deutliches Signal zum Kauf der Aktie.

Erneuerbare Energien an Innogy ausgelagert

2015 machte RWE seine Pläne zur Aufteilung in zwei an der Börse notierte Unternehmen öffentlich. Seitdem ist das Tochterunternehmen Innogy, dass seit 2016 ebenfalls an der Börse notiert ist, für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb zuständig. Dennoch hält RWE weiter an traditionellen Kraftwerken fest, obwohl man vermehrt in erneuerbare Energien investiert.

RWE stellt sich weiterhin neu auf und wird sich wohl in den nächsten Jahren immer mehr erneuerbaren Energien zuwenden, um in diesem Geschäftsbereich zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem will sich das Unternehmen weiter finanziell konsolidieren und nachhaltig wirtschaften.

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Räumung des Waldes führte zu Kursverlusten

Die Räumungsaktion im Hambacher Forst vor einigen Wochen ließ die Aktie zunächst um vier Prozent sinken. Zuvor gehörte die RWE-Aktie in den ersten sechs Monaten des Jahres zu den Outperformern in DAX. RWE selbst sah keinen Zusammenhang zwischen den Kursverlusten und der Räumung des Hambacher Forsts. Das Unternehmen sagte damals, dass Umschichtungen von defensiveren Versorgerwerten in riskantere Aktien und die Gewinnwarnung eines britischen Versorgers für die Kursverluste verantwortlich seinen. In einem Fernsehinterview sagte Rolf Martin Schmitz, der Chef von RWE, dass ein Rodungsverzicht Kosten in Milliardenhöhe zur Folge haben könnte. Auch aus diesem Grund hielt RWE weiter an der Rodung fest.

Negative Entwicklung der RWE-Aktie

Schon seit dem Tief 2015 wurde immer wieder befürchtet, dass es für die RWE-Aktie noch weiter nach unten gehen könnte. Seit Herbst 2015 befindet sich die Aktie zwar in einem Aufwärtstrend, aber auch vor den jüngsten Schlagzeilen konnte die Aktie die Kurskorrektur nicht beenden und einen nachhaltigen Aufwärtstrend anstreben.

Im Vergleich zum DAX entwickelte sich die RWE-Aktie in den letzten Jahren immer negativ. Das Unternehmen begründet dies mit negativen Ertragsperspektiven bei der konventionellen Stromerzeugung. Kritiker werfen dem Unternehmen allerdings vor, dass man zu lange an veralteten Energieträgern wie Atomkraft und Kohle festgehalten habe. Das Unternehmen hat aus Sicht von Kritikern zu spät in erneuerbare Energien investiert.

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Günstiges Umfeld über Jahrzehnte

Dennoch ist RWE weiterhin gemessen am Umsatz der zweitgrößte Energieversorger in Deutschland. Das Unternehmen fand über Jahrzehnte ein besonders günstiges Wettbewerbsumfeld vor und konnte so stets solide Gewinne erzielen. Nun muss sich das Unternehmen jedoch den Herausforderungen der Energiewende stellten. Konventionelle Kraftwerke werden immer weniger rentabel. Aus diesem Grund sucht das Unternehmen neue Geschäftsfelder im Bereich der erneuerbaren Energien.

Fazit: Schlagzeilen belasten RWE-Aktie

Depot TestDie Negativschlagzeilen rund um RWE reißen nicht ab. Zunächst war die Räumung des Hambacher Forst mit einem Großaufgebot an Polizisten sehr umstritten. Daher verlor die Aktie schon vor einigen Wochen vier Prozent. Nach der Räumung kehrte jedoch keine Ruhe ein. Das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied, dass die Rodung gestoppt werden müsste, bis die komplexen juristischen Fragen endgültig geklärt werden. Hierfür ist das Verwaltungsgericht in Köln zuständig. Das Verfahren könnte sich über Monate, möglicherweise sogar über Jahre, hinziehen und Kosten im dreistelligen Millionenbereich nach sich ziehen. Die Aktie von RWE fiel in den Tagen nach der Gerichtsentscheidung auf ein Sieben-Monats-Tief.

Die Aktie von RWE gehörte bis September zu den Outperformern im DAX in diesem Jahr. Bis Mitte September gewann die Aktie 25 Prozent, seitdem befindet sie sich in einem Abwärtstrend. Bereits seit Beginn der Energiewende steht die RWE-Aktie unter Druck. Von ihrem Höchstwert von rund 102 Euro ist die Aktie meilenweit entfernt. Schon zwischen Januar 2008 und September 2015 verlort die Aktie bis auf 9,20 Euro. Seitdem ist jedoch durchaus ein Aufwärtstrend erkennbar. Dennoch sind noch immer einige Analysten mittel- und langfristig durchaus positiv gestimmt. Sie senkten in Folge der Turbulenzen rund um den Hambacher Forst zwar ihre Kursziele, können sich jedoch langfristig eine bessere Performance vorstellen.

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