ETF-Markt im Oktober: Anstieg der Netto-Zuflüsse!

Und wieder ist ein Monat vorüber. Das bedeutet auch: Es gibt neue Zahlen für die Entwicklung des europäischen ETF-Marktes. Diese Zahlen schaue ich mir gerne an, denn es hilft mir, die Liquidität einzuschätzen, die sozusagen „neu“ an die Märkte strömt. Und wir alle kennen durchaus das Schlagwort von der „liquidiätsgetriebenen Hausse“. Was damit gemeint ist:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Wenn die Liquidität die Kurse an den Finanzmärkten beeinflusst
  • ETF-Markt im Oktober: Netto-Zuflüsse von 5,8 Mrd. Euro
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

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Mit einer „durch Liquidität getriebenen Hausse“ ist gemeint, dass die Kurse von Assets wie Aktien und Anleihen bereits dadurch steigen, dass immer mehr frisches Geld an diesen Markt strömt. Wenn immer mehr Anleger mit neuem Kapital zusätzlich investieren möchten, dann trifft dies naturgemäß auf eine tendenziell gleichbleibende Zahl von Assets. (Außer in Zeiten mit zahlreichen und großen Börsengängen). Das ist für die Verkäufer erfreulich – denn dann lassen sich leichter höhere Kurse erzielen. Generell spricht dies dafür, dass die Kurse in so einem Markt steigen. Und so kann sich eine „Hausse“ = Bullenmarkt bilden.

Wenn die Liquidität die Kurse an den Finanzmärkten beeinflusst

Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Investoren netto Liquidität abziehen. Denn dann möchten diese Investoren natürlich verkaufen – doch da netto kein „frisches Geld“ an den Markt gekommen ist, trifft dieses zusätzliche Angebot auf eine konstante oder verringerte Menge an Geld. Dies lässt die Kurse tendenziell fallen, was einen Bärenmarkt (= „Baisse“) begründen kann.

Vor diesem Hintergrund schaue ich mir die Zahlen zu den Netto-Zuflüssen bzw. Netto-Abflüssen bei europäischen ETFs an. Denn dies ist ein durchaus großer Markt, zudem lässt sich da schnell ablesen, welche Investment-Themen bei Anleger(inne)n zuletzt besonders beliebt waren.

Soviel ist klar: Es fließt weiterhin deutlich Liquidität an die Finanzmärkte! So ist den aktuellen Zahlen von Lyxor ETF zufolge das insgesamt von ETFs verwaltete Vermögen vom Jahresanfang bis Ende Oktober um satte 24% auf 448 Mrd. Euro gestiegen. Von dem Anstieg von 24 Prozentpunkten kamen 9 Prozentpunkte durch einen „positiven Markteinfluss“ = gestiegene Kurse zustande. Mit anderen Worten: 15 Prozentpunkte des Anstiegs kamen dadurch zustande, dass bestehende oder neue ETF-Anleger(innen) ihre Investments ausgebaut haben. Ganz offensichtlich ist also Geld da. Und wie oben dargestellt ist das tendenziell ein bullisher Faktor.

ETF-Markt im Oktober: Netto-Zuflüsse von 5,8 Mrd. Euro

Der gezeigte Trend hat sich auch kurzfristig bestätigt: Denn den Zahlen von Lyxor ETF gab es auch letzten Monat = Oktober erneut deutliche Netto-Zuflüsse am europäischen ETF-Markt. Die Höhe der Netto-Zuflüsse belief sich demnach auf satte 5,8 Mrd. Euro. Da das Umfeld generell wieder etwas „risikofreundlicher“ geworden ist, wurden auch wieder als riskanter wahrgenommene Anlagen verstärkt nachgefragt. So floss auch wieder netto Geld in ETFs auf Emerging Markets, hier fiel das Bild jedoch regional recht unterschiedlich aus. Was ich persönlich „merkwürdig“ finde: Trotz Niedrigstzinsen bei europäischen Staatsanleihen guter Bonität – da liegen die Zinsen nach Abzug von Inflation und Steuern durchaus im negativen Bereich! – gab es auch in diesem Sektor wieder netto hohe Zuflüsse. Wer setzt schon gerne auf eine Anlageform, bei der er oder sie sich relativ sicher sein können, dass damit real (= unter Berücksichtigung der Inflation) ein Verlust entsteht? Offensichtlich einige!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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