Interessante ETF Trends in Europa

Der bedeutende ETF Anbieter „Lyxor Asset Management“ hat Zahlen für den gesamten ETF-Markt Europas 2014 veröffentlicht. Ich habe mir diese Zahlen interessiert angeschaut – hier die Eckdaten:

  • Die Nettomittelzuflüsse in ETFs lagen bei 44,8 Mrd. Euro – ein neues Dreijahreshoch
  • Insgesamt stieg das in ETFs angelegte Vermögen auf 363 Mrd. Euro
  • Dies entspricht einem Zuwachs von 26%, welcher sich aus den Nettomittelzuflüssen und den gestiegenen Kursen zusammensetzt

Quelle: Lyxor ETF

Lyxor ETF ist eine 100%ige Tochter der französischen Société Générale. Lyxor Asset Management wurde 1998 gegründet und hatte laut eigenen Angaben per 31.12.2014 rund 94,2 Mrd. Euro unter Verwaltung. Lyxor Asset Management beschäftigt demzufolge rund 600 Mitarbeiter. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf Angaben von Lyxor ETF.

Interessant fand ich den Blick auf die unterschiedlichen Segmente wie Aktienindizes und Rohstoffe.

Nicht überraschend hat sich bei den Anlegern wieder ein prozyklisches Verhalten gezeigt. So waren die Zuflüsse bei Anlageklassen mit schlechter Performance gering bzw. sogar negativ. Umgekehrt flossen die Zuflüsse bei Assetkategorien mit guter Performance reichlich. Konkret:

Inhaltsverzeichnis

  • Hohe Zuflüsse in ETFs auf US-Indizes!
  • Netto Abflüsse hingegen bei den Rohstoff ETFs
  • Anleihen ETFs: Trotz niedriger Zinsen relativ hohe Netto-Zuflüsse
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Hohe Zuflüsse in ETFs auf US-Indizes!

Die Nettozuflüsse in ETFs, welche auf die großen Aktienindizes setzen, explodierten regelrecht. Der Zuwachs lag bei 82% (Zuflüsse von insgesamt 26 Mrd. Euro).

Besonders stark waren die Zuflüsse in ETFs, welche sich auf US-Indizes (Aktienmarkt) beziehen, also besonders S&P 500, Nasdaq Composite sowie Dow Jones Industrial Average. Dort verdreifachten (!) sich die Zuflüsse im Jahr 2014 gegenüber dem Wert des Jahres 2013 sogar. In absoluten Zahlen lagen die Zuflüsse in diesem Sektor bei 16,3 Mrd. Euro.

Netto Abflüsse hingegen bei den Rohstoff ETFs

Zu den großen Verlierern im Hinblick auf die Zuflüsse gehörten Rohstoff ETFs. Dort gab es 2014 sogar Nettomittelrückflüsse – d.h., in der Summe übertrafen die Abflüsse die Zuflüsse. Die Differenz lag bei 1,3 Mrd. Euro. Das war aber immerhin eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Jahr 2013, als die Nettomittelrückflüsse bei dieser Anlagekategorie bei 5,5 Mrd. Euro gelegen hatten.

Hier differenzierte Lyxor ETF noch weiter: Bei Edelmetall-ETFs lagen die Nettomittelrückflüsse bei 1,5 Mrd. Euro, während es bei ETFs auf „marktbreite“ Rohstoff-Indices Zuwächse von 260 Mio. Euro gab.

Anleihen ETFs: Trotz niedriger Zinsen relativ hohe Netto-Zuflüsse

Bleiben noch die Anleihen ETFs: Dort gab es einen 3-Jahres-Rekord in Bezug auf die Höhe der Nettomittelzuflüsse. Diese Zuflüsse erreichten absolut gesehen ein Volumen von 20,1 Mrd. Euro. Interessanterweise waren hier ETFs auf Anleihen aus den entwickelten Märkten besonders gefragt (+15,8 Mrd. Euro) – obwohl in dem Sektor die Zinsen bekanntlich ein relativ niedriges Niveau erreicht haben. Relativ hohe Zuflüsse gab es auch bei ETFs auf Unternehmensanleihen (Investmentgrade), wo es +8,2 Mrd. Euro hieß. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Wert des Jahres 2013 (+0,224 Mrd. Euro).

Und schließlich die ETFs auf europäische Staatsanleihen: Hier gab es 2014 netto Zuflüsse von 4,5 Mrd. Euro – dieser Zufluss lag um rund 12% über dem Wert des Vorjahres.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, die gefragtesten ETFs zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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