Rohstoffe: Wenig im Blickpunkt – Molybdän

Vor kurzem wurde bekannt, dass die chinesische Stahlproduktion zuletzt (jüngste verfügbare Zahlen für April) wieder angestiegen ist. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es mit der Realwirtschaft Chinas wieder verstärkt aufwärts geht. Und China ist inzwischen gewissermaßen die „Werkbank der Welt“ geworden! Die chinesische Stahlproduktion dürfte inzwischen beim mindestens 18fachen der Stahlproduktion Deutschlands liegen. Auch das ist ein Zeichen dafür, wie sehr sich die weltwirtschaftlichen Verhältnisse in den vergangenen 20 Jahren verschoben haben. Doch was bedeutet dies eigentlich für die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen? Heute möchte ich nicht Eisenerz in den Fokus rücken – sondern das wahrscheinlich weniger beachtete Molybdän. Hier einige Details zu diesem interessanten Rohstoff:

Inhaltsverzeichnis

  • China: 2,31 Mio. Tonnen Stahl – pro Tag
  • Stahl: Eine Vielzahl von Legierungen ist möglich
  • Molybdän notwendig für Veredelung von Stahl
    • Schritte zur Produktion von Molybdän (Mo)
    • Klarstellung

China: 2,31 Mio. Tonnen Stahl – pro Tag

Den Zahlen zufolge produzierte China im April 2,31 Mio. Tonnen Stahl pro Tag. Die Jahresproduktion läge damit bei deutlich über 800 Mio. Tonnen Stahl pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland werden es in diesem Jahr voraussichtlich unter 45 Mio. Tonnen Stahl sein. Die USA bleiben unter 100 Mio. Tonnen Stahl, und die Nummer 2 – Japan – brachte es zuletzt auf 105 Mio. Tonnen Stahlproduktion pro Jahr. Mit anderen Worten: Mit über 800 Mio. Tonnen Stahl pro Jahr liegt die chinesische Produktion um Längen vor der von anderen großen Volkswirtschaften!

Stahl: Eine Vielzahl von Legierungen ist möglich

Dazu ein Hinweis: „Den“ Stahl gibt es nicht. Bei Stahl gibt es wie bei vielen anderen Gütern diverse Arten. Diese können durch Legierungen unterschiedliche Eigenschaften erhalten. So sind natürlich besonders Härte und Hitzebeständigkeit bei Stahl gefragt. Und dann gibt es natürlich auch säurebeständigen Edelstahl. Panzerrohre wiederum müssen besonders auf Härte und Hitzebeständigkeit achten. Und hier kommt Molybdän ins Spiel. Denn: Wo besonders harter und/oder hitzebeständiger oder säurebeständiger Stahl gewünscht wird, da wird oft eine Molybdän-Legierung verwendet. Bedeutet: Molybdän profitiert generell davon, wenn die Stahlproduktion steigt! Und genau das war in den vergangenen Monaten offensichtlich in China der Fall (zumindest im April, den Zahlen zufolge).

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Molybdän notwendig für Veredelung von Stahl

Derzeit werden rund zwei Drittel des weltweit produzierten Molybdäns für die Veredelung von Eisen/Stahl und Superlegierungen verwendet. In einigen Ländern wie den USA dürfte dieser Anteil noch höher, und zwar bei rund 80% liegen. Molybdän wird meist im Zusammenhang mit dem Kupferbergbau gewonnen, und zwar in Form des Minerals Molybdänit (MoS2), welches ein Neben- oder Beiprodukt ist. Es gibt jedoch auch einige Bergwerke, die ausschließlich Molybdän abbauen. Um aus dem Mineral das Endprodukt Molybdän zu erhalten, sind noch weitere Verarbeitungsschritte notwendig. Für die Profis unter Ihnen habe ich diese zum Abschluss dieses Beitrags aufgelistet:

Schritte zur Produktion von Molybdän (Mo)

  1. Die Molybdän-Erze bzw Cu/Mo-Erze werden durch Flotieren angereichert.
  2. Durch Rösten bei 600°C wird danach das Konzentrat in Molybdäntrioxid (MoO3) umgewandelt.
  3. Bei etwa 1000°C wird das Trioxid von Wasserstoff zum Metall reduziert.

Als Endprodukt gehandelt werden dann meistens die Molybdän-Blöcke, die aus dieser Produktion entstehen. Weltweit wurden auf diese Weise in den vergangenen Jahren pro Jahr über 200.000 Tonnen Molybdän hergestellt, um Ihnen eine Vorstellung von den Größenordnungen zu geben. Zum Vergleich die Erinnerung an die Einleitung dieses Beitrags: Die chinesische Stahlproduktion lag im April bei 2,31 Mio. Tonnen – pro Tag.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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