Rohstoffe: Zuckerpreis auf Jahressicht rund +60%

Bärenmarkt bei Rohstoffen? Bei Zucker inzwischen nicht mehr: Die 1-Jahres-Performance dieser süßen Ware liegt aktuell in Dollar gerechnet bei rund +60%. Bei Rohstoffen wie Zucker sollten Sie – wenn Sie an diesen Märkten aktiv sein möchten – unbedingt die Fundamentaldaten im Blick behalten. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einige Hintergrundinformationen zum interessanten Basiswert Zucker an die Hand geben. Hier einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Fundamentalanalyse: Die statischen und die dynamischen Daten
    • Aus Zuckerrüben – erst seit 1747
    • Zucker: In Europa lange ein Luxusgut
    • Zucker: Eine Entdeckung mit Folgen
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Fundamentalanalyse: Die statischen und die dynamischen Daten

Bei Zucker lassen sich – wie bei jedem Rohstoff – durch eine sorgfältige statische und dynamische Analyse von Angebot und Nachfrage Schlussfolgerungen in Bezug auf die Preisentwicklung ziehen. „Statisch“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Wie ist den jüngsten Zahlen zufolge die Situation in Bezug auf Angebot und Nachfrage? Und mit „dynamisch“ meine ich in diesem Kontext: Welche Richtungen nehmen eben diese Angebot und diese Nachfrage? Ich finde: Zucker ist eine Rohware, bei der die Zahlen zu Angebot und Nachfrage und deren Dynamik äußerst interessant sind. Deshalb hier wie angekündigt ein wenig Grundlagenwissen zum Zucker:

Aus Zuckerrüben – erst seit 1747

Zuckerpreis 2016Wie wird eigentlich Zucker produziert? Diese Rohware wird sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben gewonnen. Das erklärt, warum es möglich ist, dass zwei so klimatisch völlig unterschiedliche Länder wie Brasilien und Polen Zuckerproduzenten sind. Denn sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Rübensaft lassen sich die gleichen Kristalle gewinnen. Beide Quellen liefern deshalb ein qualitätsmäßig identisches Endprodukt. Die Erkenntnis, dass Zucker auch aus Zuckerrüben gewonnen werden kann, ist noch relativ jung: Erst 1747 wurde dies entdeckt. Vorher war nur Zuckerrohr als Input zur Zuckerproduktion bekannt. Und ab ca. dem 8. Jahrhundert war das Verfahren der Zuckerproduktion in Europa bekannt, woraufhin die Raffination (Reinigung der Zuckerkristalle von anderen Stoffen) schrittweise vorangetrieben wurde. Europa hatte allerdings einen entscheidenden Nachteil: Das Klima eignete sich nicht – wie wir wissen – für den Anbau von Zuckerrohr.

Zucker: In Europa lange ein Luxusgut

Deshalb blieb Zucker in Europa Jahrhunderte lang ein importiertes Luxusgut. Das änderte sich erst ab dem Jahr 1492, mit der Entdeckung (aus europäischer Sicht) Amerikas. Kein Wunder, dass danach nicht nur Spanier, sondern auch Niederländer, Portugiesen, Franzosen und Briten sehr begierig auf Kolonien in der Karibik und Mittel- und Südamerika waren. Denn dort konnte Zuckerrohr angebaut werden. Sogar kleinere Staaten wie Dänemark bemühten sich energisch um eine eigene Kolonie in der Karibik und waren diesbezüglich vorübergehend erfolgreich. „Dänisch-Westindien“ wurde mit der Insel Saint Thomas gegründet. Der auf Saint Thomas produzierte Rohrzucker wurde nach Dänemark verschifft und dort weiter verarbeitet. Die Dänen verkauften diese Kolonie übrigens 1917 für 25 Millionen Dollar an die USA.

Zucker: Eine Entdeckung mit Folgen

Der Entdecker dieser für die Weltwirtschaft durchaus wichtigen Tatsache, dass sich Zucker auch aus Zuckerrüben herstellen lässt, war der Deutsche Andreas Sigismund Marggraf. Von ihm stammt folgendes Zitat aus dem Jahr 1747 zum Abschluss dieses Beitrags:

„So kam ich gelegentlich auf den Gedanken, auch die Teile verschiedener Pflanzen, welche einen süßen Geschmack besitzen, zu erforschen und nach mannigfaltigen Versuchen, welche ich angestellt habe, fand ich, dass einige dieser Pflanzen nicht nur einen dem Zucker ähnlichen Stoff, sondern in der Tat wirklichen Zucker enthalten, der dem bekannten, aus Zuckerrohr gewonnenen, genau gleicht.“

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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Bildquelle: pixabay.com

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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