Rohstoffe: Zuckerpreis mit deutlichen Gewinnen

Nach einem längeren Bärenmarkt bei den Rohstoffen sind diese als Anlageklasse bei vielen Anlegern (gefühlt?) in den Hintergrund gerückt. Doch das könnte sich wieder ändern – denn inzwischen haben einige Rohstoffe bereits wieder beeindruckende Aufwärtsbewegungen hingelegt. Ein Beispiel dazu ist der Zuckerpreis. Hier einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Zucker: Brasilien ist der weltweit wichtigste Produzent
  • Der Einflussfaktor Indien
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Insbesondere seit Mitte Februar ist der Zuckerpreis richtig durchgestartet. Damals stand er bei rund 12,5 Cents je Pfund – inzwischen sind es rund 19,5 Cents je Pfund. Und die 1-Jahres-Performance des Zuckerpreises liegt inzwischen bei durchaus beeindruckenden rund +61%. Das alles wohlgemerkt auf Dollarbasis, sprich auf Euro-Basis kommt noch der Währungseffekt hinzu. Ich möchte in diesem Beitrag ein wenig die Angebotsseite bei Zucker ins Blickfeld rücken. Los geht es:

Zucker: Brasilien ist der weltweit wichtigste Produzent

Der mit Abstand wichtigste Produzent von Zucker ist das südamerikanische Brasilien. Insgesamt habe ich fünf „Zucker-Riesen“ identifiziert. Deren Anteil an der Weltproduktion von Zucker zeigt die folgende Auflistung:

  • Diese fünf Zucker-Riesen sind: Brasilien (21,25% der Weltproduktion, bezogen auf das Erntejahr 2011/2012)
  • die Europäische Union (9,95%)
  • Indien (16,82%)
  • China (7,04%)
  • Thailand (6,04%)

Kuba mit seinen Zuckerrohr-Plantagen kommt auf weniger als 1% der Weltproduktion. Die Ukraine erzielt aktuell rund 4,25% der Weltproduktion. Die USA erzielen aktuell auf weniger als 1,5% der Weltproduktion, Australien etwa 2,5%. Nennenswerte Produzenten sind noch Pakistan (2,5%) und Indonesien (1,24%). Ansonsten verteilt sich der Rest auf eine Vielzahl anderer Staaten.

Quelle: Mein Buch „Mehr Geld verdienen mit Rohstoffen – simplified“

Zuckerpreis 2016Der Anteil der EU an der weltweiten Zuckerproduktion ist gesunken – und er könnte weiter schrumpfen. Das liegt nicht an den klimatischen Bedingungen, denn in der EU gedeiht die Zuckerrübe prächtig. Es ist eine politische Entscheidung, da die Subventionspolitik geändert wird bzw. geändert worden ist. Die EU ist ohnehin ein Sonderfall, was landwirtschaftliche Produkte betrifft, das Thema würde hier zu weit führen. Sprunghaft kann die Zuckerproduktion insbesondere in Indien sein. Das Land ist in der Vergangenheit innerhalb eines Jahres durchaus mal vom Zuckerexporteur zum Zuckerimporteur geworden. Sie können sich denken, dass das für den Zuckerpreis durchaus relevant ist. Hier nun der Blick auf Indien:

Der Einflussfaktor Indien

Beim Zucker kann es Jahr für Jahr durchaus große Sprünge bei der Produktion geben. Für diese Sprunghaftigkeit ist insbesondere der Monsun verantwortlich, denn dieser beeinflusst beim großen Zuckerproduzenten Indien deutlich die Produktion. In diesem Bereich ist der Mensch eben noch von den Naturgewalten abhängig! Ich habe auf die historischen Daten geschaut und diese bemerkenswerten Beispiele dafür gefunden: Im Erntejahr 2008/2009 hatte das Wetter einen negativen Einfluss. Auch 2004/2005 war dies so. Damals brach die indische Zuckerproduktion um 30,2% ein. Konkret: Statt 22,14 Mio. Tonnen Zucker wie in der vorigen Saison produzierte Indien im Erntejahr 2004/2005 nur 15,45 Mio. Tonnen. Eins sollte klar sein: Und der Monsun wird in Indien und damit für die Welt-Zuckerproduktion weiter ein unkalkulierbarer Faktor bleiben. Oder, anders formuliert: Wenn Sie wissen wollen, was der Zuckerpreis machen wird, sollten Sie auch einen Blick auf klimatische Faktoren wie eben den Monsun in Asien haben. Ein massiver Ernteeinbruch aufgrund klimatischer Bedingungen in Indien ist – bei ansonsten unveränderten Faktoren – Preis treibend für Zucker.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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