Palantir am ersten Handelstag im Plus

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 05.10.2020


Die Anleger an der Wall Street fragen die Aktien der Datenanalysefirma Palantir am ersten Handelstag nach dem Börsengang stark nach. Der Aktienkurs ging zum Teil um 50 Prozent nach oben. Am Ende des ersten Handelstags war das Papier 9,50 Dollar wert. Dies war ein Anstieg von 31 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis, der bei 7,25 Dollar lag.

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Bewertung bei fast 21 Milliarden Dollar

Die Bewertung des Unternehmens lag damit am ersten Handelstag bei knapp 21 Milliarden Dollar, zeitweise sogar bei fast 22 Milliarden Dollar. Allerdings ist das Unternehmen aus den USA sehr umstritten, unter anderem, da Palantir mit der CIA und anderen Geheimdiensten zusammenarbeitet. Bei dem Gang an die Börse wählte das Unternehmen zudem den Weg der Direktplatzierung. Dabei werden keine neuen Aktien ausgegeben, sondern nur Aktien gehandelt, die von bestehenden Aktionären wie dem Milliardär Peter Thiel verkauft werden.

Thiel war einer der Mitgründer von PayPal und gründete auch Palantir mit. Bei Facebook war er einer der ersten Investoren. Heute ist Thiel Chairman von Palantier. Alexander Karp, ein weiterer Mitgründer von Palantir, leitet das Unternehmen. Bei einer Direktplatzierung an der Börse können die Investmentbanken, die den Gang an die Börse begleiten, nicht über ein vorangehendes Preisbildungsverfahren das Interesse der Anleger prüfen.

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NYSE legte Startpreis fest

Damit legte die New York Stock Exchange selbst den Startpreis der Aktien fest. Im Vergleich zu normalen Börsengängen ist dieser Weg zwar günstiger, aber auch riskanter. Ein IPO (Initial Coin Offering) ist eine Neuemission, bei der über eine erstes öffentliches Angebot Aktien eines Unternehmens der Öffentlichkeit zur Zeichnung angeboten werden. Dies geschieht, bevor die Aktien Order an der Börse getätigt werden.

Ein IPO kann mit einer Kapitalerhöhung einhergehen, bei der neue Aktien ausgegeben werden. Dies muss aber nicht der Fall sein. Alternativ können Alteigentümer schon bestehende Aktien anbieten. Bei dieser Variante erhöht sich das Grundkapital nicht. Bei einigen IPOs verbinden die Unternehmen beide Möglichkeiten.

Eine Alternative zu einem IPO ist das sogenannte Listing, was auch als „Börsengang light“ beschrieben werden kann. Dabei handelt es sich lediglich um eine Notierungsaufnahme, die oft im Freiverkehr (an der Frankfurter Börse „Open Market“ genannt) geschieht. Hier sind die Zulassungsvoraussetzungen niedriger.

Unternehmen, die im Freiverkehr gelistet sind, gelten daher strenggenommen nicht als börsennotiert. Das Listing ist allerdings für viele Unternehmen einfacher als ein kompletter IPO. Sie erhalten die Zulassung zum Handel, müssen aber keine Käufer für ihre Aktien anwerben. Dies ist jedoch oftmals mit einer geringeren Liquidität verbunden.

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Wertsteigerung am ersten Handelstag überzeugt nicht

Mit einem Blick auf die Zahlen der Vergangenheit erscheinen die Wertsteigerungen von Palantir am ersten Handelstag wenig beeindruckend. Der Marktwert, den das Unternehmen am ersten Tag an der Wall Street verzeichnete, ist mit 20,9 Milliarden Dollar laut Experten etwa so hoch wie 2015 nach der letzten bekannt gewordenen Finanzierungsrunde. Aus dieser Sicht hat sich die Bewertung des Unternehmens damit seit fünf Jahren nicht verändert.

Noch 2018 kam die Investmentbank Morgan Stanly laut einem Bericht des Wall Street Journals zu dem Ergebnis, dass Palantir 41 Milliarden Dollar wert ist. Diese Summe ist fast doppelt so hoch wie die Bewertung am Ende des ersten Handelstages. Nun steht damit die Frage im Raum, wie viel Geld Palantir wirklich wert ist.

Diese Frage könnte erst in einigen Monaten beantwortet werden, wenn alle Aktien an der Wall Street handelbar sind. Derzeit können Anleger nur bis zu 20 Prozent der Palantir-Aktien handeln. Nach sechs Monaten kommen die übrigen Aktien hinzu. Daher könnte in einem halben Jahr eine genauere Bewertung möglich sein.

Palantir News

Unternehmen 2004 gegründet

Palantir wurde 2004 von Peter Thiel und anderen gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Daten spezialisiert und arbeitet dazu auch mit Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten zusammen. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass das Unternehmen als sehr diskret gilt und oft als eines der geheimnisvollsten Unternehmen der USA wahrgenommen wird.

Vor dem Börsengang legte das Unternehmen kürzlich zumindest Geschäftszahlen vor. Anfang Juli wurde bekannt, dass Palantir einen vorläufigen Antrag auf Börsenzulassung bei der SEC, der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde, gestellt hat. Im Juni waren bereits Medienberichte zu lesen, in denen über einen bevorstehenden Börsengang berichtet wurde.

Laut den vor dem IPO veröffentlichten Zahlen strebt das Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatz von 1,05 oder 1,06 Milliarden Dollar an und würde damit die Milliarden-Marke kacken. Dies wäre im Vergleich zum letzten Jahr ein Wachstum von über 40 Prozent. Das Unternehmen ist aber weiterhin in der Verlustzone. 2019 betrug der Verlust rund 580 Millionen Dollar bei einem Umsatz von rund 740 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor war der Verlust mit fast 600 Millionen Dollar sogar noch etwas höher.

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Unternehmen ohne genaue Angaben zu Geschäften

Dennoch zeigen sich Beobachter wie der Investor Matt Novak von All Blue Capital zuversichtlich, dass das Unternehmen mehr Geld einnehmen kann. Dies könnte durch verbesserte Datenanalysen für bestehende Kunden und längere Vertragslaufzeiten erreicht werden. Allerdings macht Palantir keine genauen Angaben zu seinen Kunden und Geschäftsvorgängen.

Der Name Palantir könnte „Herr der Ringe“-Fans übrigens bekannt vorkommen. In der Tat stammt der Unternehmensnahme aus den Büchern von J.R.R. Tolkien. Dort ist ein Palantir ein machtvoller „sehender Stein“, mit dem die Besitzer auch über große Entfernungen miteinander kommunizieren können.

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Kritik an anderen Tech-Firmen

Den Weg der Direktplatzierung an der Börse ging vor zwei Jahren auch Spotify. Experten halten es dennoch für möglich, dass der Börsengang von Palantir einer der größten in der Corona-Krise sein könnte. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Palo Alto, wo viel US-Technikfirmen zuhause sind. Allerdings fühlt sich Palantir im Silicon Valley nicht gut aufgenommen und will daher seinen Hauptsitz nach Denver verlegen.

Alexander Karp kritisierte kürzlich andere Unternehmen aus der Region scharf. Palantir hätte in der Vergangenheit immer wieder Gelegenheiten abgelehnt, Daten zu verkaufen oder zu sammeln. Andere Unternehmen würden jedoch ihr Geschäftsmodell genau darauf aufbauen. Mit der Software von Palantir ginge man dagegen gegen Terroristen vor und sorge für die Sicherheit von Soldaten. Dies sei laut Karp allerdings in den USA umstritten geworden.

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Spezialisierung auf Big Data

Palantir Technologies, Inc. ist ein privat geführter Software-Anbieter, der sich auf Big Data spezialisiert hat. Nach der Gründung 2004 waren Bundesbehörden der Nachrichtendienstgemeinschaft der USA (USIC) mit die ersten Kunden. Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche weitere Bundesbehörden und lokale Behörden hinzu. Auch andere Unternehmen, vor allem aus der Pharmabranche und dem Finanzwesen, gehören zu den Kunden von Palantir. Zum Hauptsitz in Palo Alto kommen zehn internationale Niederlassungen und fünf Büros in den USA dazu.

Größere Bekanntheit haben mit Palantir Gotham und Palantir Metropolis zwei Software-Projekte erlangt. Ersteres wie vor allem von Behörden wie den USIC-Behörden und dem US-Verteidigungsministerium für Anti-Terror-Analysten verwendet. Die zweite Software wird von Hedgefonds, Banken und Finanzdienstleistern eingesetzt. 2013 vertrat Alexander Karp noch die Auffassung, dass kein Börsengang in Planung sei, da dies mit einem derartigen Unternehmenskonzept nur schwer umzusetzen wäre.

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Schon 2014 wertvolles Unternehmen

2014 erreichte Palantir eine Bewertung von neun Milliarden Dollar. Damit wurde Palantir laut Forbes eines der wertvollsten privat geführten Technologie-Unternehmen im Silicon Valley. Im selben Jahr war Peter Thiel der größte Anteilseigner. Übrigens waren vier der fünf Gründer früher bei PayPal beschäftigt.

Im Zuge der Corona-Pandemie bot Palantir Regierungen weltweit an, das Produkt „Foundry“ im Rahmen des Krisenmanagements in Gesundheitsbehörden kostenlos zu nutzen. Länder wie Griechenland oder Großbritannien nahmen das Angebot an. Die deutschen Regierungen will aber in der Corona-Pandemie nicht mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. Zudem lehnt der Chaos Computer Club die Software ab, da das Unternehmen Überwachungstechnologien entwickle.

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Immer wieder Kritik und Kontroversen

Dies ist nicht die einzige Kritik an Palantir. Immer wieder kam es zu Kontroversen und Kritik. Beispielsweise wurde dem Unternehmen 2015 vom Amt für die ordnungsgemäße Durchführung von Bundesverträgen der USA vorgeworfen, dass das Unternehmen asiatische Bewerber diskriminiere und reichte eine Klage gegen Palantir ein. In Deutschland gab es Kritik, als die hessischen Polizei die Software Gotham einführen wollte.

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Fazit: Hohe Nachfrage nach Palantir-Aktien

Am ersten Handelstag war die Nachfrage nach den Aktien von Palantir hoch. Teilweise stieg der Kurs um 50 Prozent. Der Handelstag endete für Palantir mit einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Der Börsenwert lag damit bei fast 21 Milliarden Dollar, was jedoch laut Experten nicht mehr war als 2015 nach der letzten Finanzierungsrunde. Bei Börsengang wurden zudem keine neuen Aktien ausgegeben. Palantir ist nicht nur ein sehr diskretes Unternehmen, sondern aufgrund der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Geheimdiensten auch sehr umstritten.

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