Warren Buffett Portfolio aktuell: Welche Aktien & Transaktionen tätigt der Altmeister?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 28.04.2022


Das Warren Buffett Portfolio ist für viele Privatanleger eine Quelle der Inspiration. Die Werte, die Warren Buffett in seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hält, werden dabei in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Jeder könnte dieses Portfolio selbst nachbauen oder direkt in seine Beteiligungsgesellschaft investieren.


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Das aktuelle Warren Buffett Portfolio

Wenn Warren Buffett Aktien kauft, dann sieht die ganze Welt hin, zumindest die Investment-Welt. Er gilt als eine der größten Legenden in der Welt der Börse, und das sicher auch zurecht. Seit Jahrzehnten beweist er immer wieder, dass er stets in der Lage ist, langfristig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Doch wie sieht das aktuelle Warren Buffett Portfolio aus? Im Folgenden die aktuell 10 größten Werte seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway.

Aktie %-Anteil Wert in USD (Mrd.) Anz. Aktien in Mio.
Apple 47,60 % 157,53 887,14
Bank of America 13,58 % 44,94 1.010,10
American Express 7,49 % 24,80 151,61
Coca-Cola 7,16 % 23,68 400,00
Kraft-Heinz 3,35 % 11,69 325,63
Moody’s 2,91 % 9,64 24,67
Verizon 2,49 % 8,25 158,82
US Bancorp 2,15 % 7,10 126,42
Chevron 1,36 % 4,49 38,25
Bank of New York Mellon 1,27 % 4,20 72,36

Stand: 31.12.2021

Die Reihenfolge der Top-10 Positionen im Warren Buffett Portfolio ist natürlich nur eine Momentaufnahme und kann täglich variieren. So war etwa die Position der Coca-Cola Aktien zeitweilig höher gewichtet als die von American Express.

Deutlich sichtbar ist jedoch eine starke Konzentration auf ganz wenige Einzelwerte, wobei Apple ganz besonders heraussticht. Diversifizierung sieht dagegen anders aus. Allein die ersten 5 Positionen machen zusammen fast drei Viertel des Gesamtportfolios aus!

Wobei Warren Buffett selbst sagt, dass er nicht diversifiziert und dass dies auch sein Erfolgsgeheimnis ist.


Letzte Transaktionen im Berkshire Hathaway Portfolio

Activision Blizzard

Der Einstieg bei Activision Blizzard brachte Buffett auf einen Schlag 17 % Rendite. Sergei Elagin / Shutterstock.com

Die letzten Transaktionen im Warren Buffett Portfolio, sprich der Berkshire Hathaway Holding, werden immer quartalsweise bekannt gegeben. Die aktuelle Zusammensetzung stammte aus einer Mitteilung der SEC (US-amerikanische Börsenaufsicht) vom 14. Februar 2022.

Bereits Ende 2021 wurde bekannt, dass Buffett 14,66 Millionen Activision Blizzard Aktien kaufte. Kurz danach gab Microsoft bekannt, das Unternehmen für 70 Milliarden Dollar zu übernehmen.

Diese Transaktion würde dem Altmeister eine Rendite von über 17 Prozent bescheren, sofern die Übernahme erfolgreich ist.

Noch nicht in die offizielle Übersicht eingegangen sind:

Kauf von 11,4 % aller HP Aktien

Anfang April 2022 gab Berkshire Hathaway bekannt, Aktien des Computerherstellers HP gekauft zu haben. Insgesamt wurden dabei 4,2 Milliarden US-Dollar investiert.

Die HP Position wäre damit im Warren Buffett Portfolio ungefähr auf Platz 10 bis 15, je nach Marktkapitalisierung. Berkshire Hathaway besitzt damit rund 11,4 Prozent am gesamten Unternehmen.

Hewlett Packard Aktien

Ken Wolter / Shutterstock.com

Die Transaktion ist deshalb so bemerkenswert, weil Buffett in der Vergangenheit nie in Technologiewerte investierte.

Erst mit dem Kauf der ersten Apple Aktien änderte sich das.

Kauf von weiteren Occidental Petroleum Aktien im Wert von $ 1 Mrd.

Mitte März 2022 kaufte Warren Buffett weitere Occidental Petroleum Aktien im Wert von rund 1 Milliarde Dollar.

Damit hat Berkshire Hathaway nun über 13 Prozent der ausstehenden Aktien in seinem Besitz.

Der Wert der Position beträgt in etwa 7,2 Milliarden Dollar und damit wäre das Unternehmen eines der 10 wertvollsten Unternehmen im Berkshire Hathaway Portfolio.

Übernahme des Versicherer Alleghany

Ende März 2022 gab Berkshire Hathaway bekannt, die Versicherungs-Holding Alleghany für 11,6 Milliarden Dollar übernommen zu haben.

Es handelt sich um die größte Komplettübernahme seit dem Jahr 2016 und die 5. größte überhaupt von Warren Buffett.

Coca-Cola Aktien

Eine der Lieblingsaktien von Buffett / Dilok Klaisataporn; shutterstock.com

Auffällig ist, dass Warren Buffett Aktien von Apple verkauft hat. Da die Konzentration seines Portfolios aber sehr stark auf dieses Unternehmen ausgerichtet ist und die Aktie signifikant stieg, ist die Reduzierung nachvollziehbar. Auch von seiner ehemaligen Lieblingsaktie Wells Fargo trennte sich Buffett weiter.

Interessant ist zudem, dass Käufe bei Technologieunternehmen wie HP erfolgten. Zudem griff Buffett auch beim Öl-Konzern Occidental Petroleum ordentlich zu.

Verkauft hingegen wurden fast alle Positionen im Pharma-Bereich.

Tedd Weschler und Todd Combs, die beiden Investment-Chefs von Berkshire Hathaway und potenziellen Nachfolger des 90-jährigen Buffetts, setzen hier also weiterhin auf den Öl-Trend.

Mit HP setzt man zudem auch auf den 3D-Druck, da HP in diesem Sektor deutliche Potenziale sieht.

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Hohe Cash-Reserve – ein Grund zu Besorgnis?!


Während im Privatbereich ein hoher Kontostand einen vielleicht ruhig schlafen lässt, sieht das im unternehmerischen Sektor ganz anders aus. Eine hohe Cash-Reserve ist eher ein Grund zur Besorgnis.

Sicher, eine gewisse Liquidität muss jedes Unternehmen vorhalten. Doch Berkshire Hathaway hat eine Cash-Polster von rund 140 Milliarden Dollar. Der summierte Wert der Investments von Berkshire Hathaway beträgt circa 284 Milliarden Dollar. Es ist also absolut nicht notwendig, dass Warren Buffett in seinem Portfolio 140 Milliarden Dollar Cash hält.

Problematisch ist das Ganze nicht nur deswegen, weil Cash keinen Ertrag erwirtschaftet, sondern auch, weil die im Allgemeinen als Inflation titulierte Preissteigerung Kapitalwert vernichtet.

Nun argumentieren einige in der Vergangenheit, dass die offizielle Inflationsrate doch gar nicht so hoch liegt, dass es einen Kopfschmerzen bereiten müsse.

Bei diesem Gedanken werden jedoch zwei Dinge nicht berücksichtigt. Zunächst mag sich eine Inflationsrate von 1,5 Prozent nach nicht viel anhören. Umgerechnet auf 140 Milliarden Dollar entspricht das aber 2,1 Milliarden Dollar Wertverlust – pro Jahr!

Und der andere viel wichtigere Gedanke ist, dass im Warren Buffett Portfolio ja nicht in Wurst, Gemüse, Fernseher, Bustickets oder Restaurantbesuche investiert wird, sondern in andere Unternehmen. Die offizielle Inflationsrate beschreibt ja die Preiserhöhung von Gütern des täglichen Bedarfs. Aber die ist ja für das Warren Buffett Portfolio völlig irrelevant.

In dem Segment, in dem Warren Buffett Aktien kauft, sich also an anderen Unternehmen beteiligt, liegt die Inflationsrate deutlich höher, teilweise sogar im zweistelligen Bereich.

Nach einem Jahr hat der Cash-Bestand also nur noch beispielsweise 90 Prozent an Wert. Innerhalb von 10 Jahren wäre das eine regelrechte Kapitalvernichtung.

Wobei in den USA aktuell auch die offizielle Inflationsrate bei über 8 Prozent lag.

Warren Buffett Aktien

  • hoher Cash-Bestand bei Berkshire Hathaway ist problematisch
  • „offizielle” Inflationsrate irrelevant in diesem Segment
  • Inflationsrate bei Aktien und Unternehmensbeteiligungen längst im zweistelligen Bereich

Herausforderung: Welche Aktien soll Warren Buffett kaufen?

Die Herausforderung, die Berkshire Hathaway hat, ist auch, welche Aktien sie kaufen oder bei welchen Unternehmen sie sich beteiligen sollen. Das Warren Buffett Portfolio ist mittlerweile so groß, dass de facto fast nur noch Bluechip Werte infrage kommen, damit sich das auch bemerkbar macht.

Eine kleine Beispielrechnung soll das verdeutlichen: Wenn Warren Buffett Aktien eines Unternehmens im Wert von 1 Milliarde Dollar kauft, dann ist das für Privatanleger ein unvorstellbar hohe Summe. Angenommen, dieses Investment würde sich innerhalb kürzester Zeit verdoppeln, sprich aus 1 Milliarde Dollar werden 2 Milliarden Dollar.

Ein gigantischer Gewinn – in absoluten Zahlen betrachtet. Dennoch: auf das Berkshire Hathaway Portfolio bezogen beträgt dieser Gewinn lediglich 0,35 Prozent! Das würde sich selbst im Kurs der Beteiligungsgesellschaft kaum bemerkbar machen.

Warren Buffett kann also fast nur noch auf die ganz großen Player zurückgreifen. Das könnte ein Grund sein, warum er so viel Geld in Apple investiert hat. Im Übrigen erklärt das zum Teil auch, warum der Erfolg des Börsen-Gurus in den letzten Jahren nicht mehr ganz so ausgeprägt ist. Mit einem Portfolio von 284 Milliarden Dollar ist es eben unheimlich schwierig geeignete Anlagemöglichkeiten zu finden.

Fehlende Anlagemöglichkeiten führte auch dazu, dass Berkshire Hathaway in den vergangenen Jahren so viele eigene Aktien zurückkaufte wie noch nie.

Das macht das Unternehmen auch weiterhin.

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Berkshire Hathaway Aktien kaufen?

Depotvergleich.com Icon SteuerWenn Warren Buffett Aktien kauft, dann setzt er vorwiegend auf Titel, die eine nachhaltige Dividende zahlen.

Er liebt Dividenden-Aktien. Seine Holding jedoch selbst schüttet keine Dividenden aus. Er ist überzeugt, dass er mit dem Kapital etwas Besseres anfangen kann.

Und das soll an dieser Stelle auch gar nicht diskutiert werden. Anleger, die überlegen, ob sie in seine Holding investieren sollten, müssen sich jedoch über einige Dinge im Klaren sein:

  • Anleger profitieren ausschließlich von einem potenziellen Kursanstieg; es werden keine Dividenden ausgeschüttet
  • der Berkshire Hathaway Kurs kommt durch Angebot und Nachfrage zustande; keinesfalls ist er automatisch die Summe der enthaltenen Unternehmenswerte
  • Warren Buffett hat eine starke Konzentration auf ganz wenige Einzelwerte

Das Warren Buffett Portfolio in Form der Berkshire Aktie garantiert also kein laufendes Einkommen an der Börse, da eben keine Dividenden ausgeschüttet werden. Zudem dürfen Anleger nicht vergessen, dass der Berkshire Hathaway Kurs genau wie jede andere Aktie durch Angebot und Nachfrage zustande kommt.

Das bedeutet, dass der Wert des Warren Buffett Portfolios nicht gleich der Marktkapitalisierung entspricht. Zur Verdeutlichung: Der Gesamtwert der Investition im Berkshire Hathaway Portfolio beträgt rund 284 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung von Berkshire beträgt jedoch circa 582 Milliarden Dollar! Anleger zahlen also einen Aufschlag.

warren buffett portfolio

Kent Sievers / Shutterstock.com

Berkshire Hathaway A oder B Aktie kaufen?

Wer sich das erste Mal mit Warren Buffett Aktien oder seiner Beteiligungsgesellschaft beschäftigt, stellt fest, dass es Berkshire Hathaway A und B Aktien gibt. Der Unterschied zwischen beiden Aktien ist der Preis und die damit verbundenen Stimmrechte.

Die A-Aktie ist deutlich teurer. Bei der B-Aktie müssen Käufer zwar viel weniger tief ins Portemonnaie greifen, allerdings erhalten Anleger damit auch weniger Stimmrechte. Die A-Aktie ist für Langfrist-Investoren gedacht, die für viele Jahre oder Jahrzehnte in Berkshire Hathaway investieren wollen.

  • A-Aktie ist unglaublich teuer und für Langfrist-Investoren gedacht
  • B-Aktie ist deutlich günstiger und hat geringere Stimmrechte

In den meisten Fällen werden Investoren währenddessen wohl die B-Aktie kaufen. Leser können ja trotzdem spaßeshalber mal googeln, was eine einzige A-Aktie aktuell kostet.

Ein Einfamilienhaus ist da locker drin! Die B-Aktie ist deutlich günstiger. Diese Form soll es auch indessen Kleinanlegern erlauben, in Berkshire Hathaway zu investieren. Sie kostet aktuell um die 250 Dollar.

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Warren Buffett Portfolio selbst nachbauen

Warren Buffett

thongyhod / Shutterstock.com

Die starke Konzentration auf wenige Einzelwerte führt möglicherweise dazu, dass man mit relativ wenig Aufwand sich selbst ein Portfolio aufbauen kann, welches ähnlich ausgerichtet ist, wie das von Buffett.

Dazu prüft man regelmäßig, wann Warren Buffett Aktien kauft und verkauft und tätigt die gleichen Transaktionen. Dabei genügt es sogar, wenn man sich auf die Top 10 Werte aus seinem Portfolio beschränkt.

Im Übrigen beinhaltet Berkshire Auch Unternehmensbeteiligungen abseits der Börse, zu denen Privatanleger indes gar keinen Zugang haben.

Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass die Transaktionen nicht dann veröffentlicht werden, wenn sie getätigt werden, sondern erst im darauffolgenden Quartal. Bis dahin kann sich die Situation an den Börsen schon wieder komplett geändert haben.

Auch wenn es nicht unbedingt ratsam ist, das Warren Buffett Portfolio blind nachzubauen, so lohnt es sich in jedem Fall die aktuellen Postionen und Umschichtungen im Auge zu behalten. Selbst wenn Warren Buffett nicht jeden immer voraussieht, doch eins kann er: Makroökonomie.

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