Wie entwickeln sich DAX-Neulinge weiter?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 22.01.2021


Trader sollten nicht nur aufgrund einer DAX-Aufnahme eine Aktie kaufen. Delivery Hero ist seit einigen Tagen im DAX vertreten. Zuvor entwickelte sich das Unternehmen trotz der Corona-Krise sehr gut. Am ersten Tag im DAX stieg die Aktie von Delivery Hero um 2,2 Prozent auf 97,08 Euro. Doch wie könnte sich die Aktie weiter entwickeln? Interessierte Trader können beispielsweise über den Aktien-Scanner von XTB die weitere Entwicklung der Aktie verfolgen.

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Genaue Vorhersage nicht möglich

Eine genaue Prognose für die zukünftige Entwicklung der Aktie kann niemand abgeben. Allerdings können wir einen Blick in die Vergangenheit und auf bisherige DAX-Aufsteiger werfen. Kürzlich untersuchte das Multi-Family-Office HQ Trust in einer Studie 25 ehemalige Aufsteiger in den Leitindex. Kaut dem Leiter der Portfoliomanagements, Marcel Müller, haben viele Aufsteiger schon vor der DAX-Aufnahme ihr Pulver verschossen.

Im Schnitt hätten die Aktien vor dem DAX-Aufstieg fast 25 Prozent auf den Gesamtindex gutgemacht. Nach der Aufnahme in den DAX entwickelten sich viele Aktien dann aber eher unterdurchschnittlich. Auf Jahressicht hatten die Aktien einen Abstand von durchschnittlich 14 Prozent auf den Gesamtindex. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich nur acht von 25 DAX-Neulingen im ersten Jahr besser entwickeln konnten als der gesamte Index.

Einige DAX-Aufsteiger mit Problemen

Continental schaffte nach dem DAX-Einstieg ein Plus von 54 Prozent. Der Automobilzulieferer musste aber in den letzten 30 Jahren den DAX bereits zweimal wieder verlassen. Auch das Plus von 20 Prozent des Pharma- und Chemiekonzern Altana konnte sich sehen lassen. Das Unternehmen blieb aber nur fünf Jahre im DAX. Der Stahlkonzern Salzgitter verließ den DAX trotz einem Plus von 16 Prozent nach nur eineinhalb Jahren wieder.

Für viele Neulinge war das erste Jahr im DAX dagegen sehr schwer. Zum Beispiel entwickelte sich die Aktie des Finanzdienstleisters MLP im ersten Jahr um 65 Prozent schwächer als der Gesamtindex. Das Unternehmen war von 2001 bis 2003 im DAX. Auch Epcos, ein ehemaliges Tochterunternehmen von Siemens, entwickelte sich um 45 Prozent schwächer als der DAX selbst. Epcos war von 2000 bis 2002 Teil des DAX.

Ausgerechnet Wirecard konnte sich mit am besten entwickeln. Schon vor der Aufnahme in den DAX stieg die Aktie rasant. Noch besser schnitt 1994 nur SAP ab. Die Aktie schnitt im ersten Jahr im DAX um 175 Prozent besser ab, als der Gesamtindex. In vielen Fällen spielt die Vorgeschichte einer Aktie nach dem DAX-Aufstieg aber keine Rolle mehr.

Entwicklung schon vor DAX-Aufnahme schwächer

Bei fünf Aktien war die Entwicklung vor der Aufnahme in den DAX schwächer als der gesamte Index. Delivery Hero schaffte vor dem DAX-Aufstieg ein relatives Plus von fast 100 Prozent. Vor allem, als bereits über einen DAX-Aufstieg spekuliert wurde, entwickelte sich die Aktie sehr positiv. Dies zeigt, dass schon eine anstehende Aufnahme in den DAX eine Aktie steigen lassen kann.

Allerdings sollten Anleger vor dem Kauf einer Aktie immer prüfen, wie das Unternehmen aufgestellt ist und wie die Chancen für die Zukunft aussehen. Delivery Hero ist nicht auf dem deutschen Markt aktiv und erzielt den Großteil seiner Erlöse im Ausland. Insbesondere Asien ist für das Unternehmen sehr wichtig. Vor einigen Jahren waren noch die bekannten Lieferdienste Pizza.de., Foodora und Lieferheld Teil des Unternehmens.

Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin und wurde 2011 gegründet. Vier Jahre später beteiligte sich auch der Startup-Inkubator Rocket Internet an dem Unternehmen. Mittlerweile verkaufte Rockt Internet seine Anteile aber wieder. 2017 ging Delivery Hero an die Börse und nahm durch den Börsengang fast eine Milliarde Euro ein.

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Für Bestellplattformen bekannt

Das Unternehmen ist für seine Plattformen bekannt, auf denen Kunden und Restaurants sowie Lieferdienste zusammenkommen. Laut Unternehmensangaben beschäftigt Delivery Hero rund 25.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in mehr als 40 Ländern aktiv. Das Deutschland-Geschäft wurde Anfang letzten Jahres mit dem Verkauft an Takeaway aus den Niederlanden aufgegeben. Die Einnahmen von Lieferheld. Pizza.de und Foodora gehen seitdem an Takeaway. Der Kaufpreis betrug damals eine Milliarde Euro.

Delivery Hero investierte nach dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts stark in ausländische Märkte. Asien und der Nahe Osten sind für große Teile des Umsatzes verantwortlich, während das Unternehmen in Nord- und Südosteuropa nur wenig aktiv ist. In Asien und dem Nahen Osten wurden zudem mehrerer Konkurrenten aufgekauft.

Starkes Wachstum in den letzten Jahren

Die Verantwortlichen trieben das Wachstum in den letzten Jahren stark voran, was sich auch in den teilweise beeindrucken Geschäftszahlen widerspiegelt. Im zweiten Quartal gingen bei Delivery Hero 281 Millionen Bestellungen ein und damit fast doppelt so viel wie noch vor einem Jahr. Das Unternehmen erhöhte daraufhin auch seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr und geht von einem Umsatz von 2,6 bis 2,8 Milliarden Euro aus. Dies wäre doppelt so viel wie 2019. Allerdings ist unklar, ob das Wachstum letztendlich nachhaltig ist. Bisher konnte Delivery Hero noch keine schwarzen Zahlen schreiben. Vor zwei Jahren betrug der operative Verlust 242 Millionen Euro und im letzten Jahr sogar 648 Millionen Euro.

Darüber hinaus kritisierten Gewerkschaften immer wieder, dass viele Fahrer nicht fest bei Delivery Hero angestellt sind, sondern als Selbstständige für jede einzelne Lieferung bezahlt werden. Einige Kritiker sind zudem der Ansicht, dass die DAX-Aufnahme zu früh kommt. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich das Unternehmen, und damit auch die Aktie, weiterentwickelt.

Börsenwert stieg seit Jahresbeginn

Der Börsenwert von Delivery Hero stieg zuletzt. Die hohen Bestellzahlen beeindrucken wohl auch die Investoren an der Börse. Letztlich stieg die Aktie seit Jahresbeginn um fast 44 Prozent. Während die Aktie Ende Januar nur 70 Euro kostete, stieg der Preis zeitweise auf über 100 Euro. Der Börsenwert ging von etwa 14 Milliarden Euro auf mehr als 20 Milliarden Euro nach oben.

Am ersten Tag im DAX fiel der Anstieg des Aktienkurses allerdings nicht besonders hoch aus. Nach dem Tageshoch bei 97,80 Euro ging es für die Aktie im XETRA-Handel um 0,67 Prozent auf 94,32 Euro nach unten. Einige Anleger reagierten daraufhin mit Blick auf die weitere Kursentwicklung eher skeptisch. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Aktie nach der Aufnahme in den DAX zunächst fällt, da sich zuvor die Erwartungen der Anleger schon im Kurs widergespiegelt haben. Der geringe Kursanstieg ist damit nicht überraschend. Delivery Hero hat dennoch nun den Sprung zu den Standardwerten im DAX geschafft und rückt somit auch mehr in den Blick von inländischen und ausländischen Anlegern. Investieren dies in die Aktie, kann dies zu einem klaren Kursanstieg führen.

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Aktien ohne Hebel bei XTB handeln

Bei XTB können Trader Aktien ohne Provision handeln. Weitere Gebühren wie Übernachtfinanzierungsgebühren entfallen beim Aktienkauf, der ohne Hebel erfolgt, ebenfalls. Trader müssen nicht einmal eine Mindesteinlage beachten. Nach oben gibt es aber keine Limits.

Eine DAX-Aufnahme allein ist noch kein Grund, um eine Aktie zu kaufen. XTB bietet Trader zahlreiche Möglichkeiten an, um Finanzinstrumente zu analysieren und den Markt zu beobachten. Trader können unter anderem auf kostenlose Aktienanalysen von Experten zugreifen. Dazu kommen tägliche Marktanalysen, und die Webinare. Außerdem stellt der Broker einen Wirtschaftskalender zur Verfügung.

Zahlreiche Basiswerte auf nur einer Plattform

Die Multi-Asset-Plattform von XTB ermöglicht den Handel mit mehr als 4.000 Finanzinstrumenten. Neben Aktien finden Trader hier auch CFDs oder können sich am Krypto Trading beteiligen. Auch professionelle Analysetools sind hier zu finden. Trader können damit die Kursverläufe mehrerer Finanzinstrumente oder Zeitintervalle vergleichen.

In die Watchlist können Trader beispielsweise die Aktie von Delivery Hero aufnehmen und die Entwicklung der Aktie beobachten. Denkbar ist, dass sich in naher Zukunft ein interessanter Einstiegszeitpunkt ergibt. Die Watchlist ist eine Art persönliches Trading-Dashboard, über das Trader die Märkte verfolgen können.

Ein neuer Markt kann mit nur wenigen Klicks hinzugefügt werden. Trader können zudem die Ansicht anpassen. Bei jedem Finanzinstrument stellt XTB auch Charts zur Verfügung. Dazu kommen weitere Tools und Studien. Trader können sich damit jedes Finanzinstrument umfassend analysieren.

Fazit: Weitere Entwicklung von Delivery Hero beobachten

Seit einigen Tagen ist Delivery Hero nun im DAX. Am ersten Tag fiel der Kursanstieg mit 2,2 Prozent vergleichsweise gering aus. In den letzten Jahrzehnten war das erste Jahr für viele Neulinge im Leitindex schwierig, einige entwickelten sich dagegen gut. Delivery Hero kam bislang gut durch die Corona-Krise, ist aber auf dem deutschen Markt nicht mehr aktiv. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung für das Unternehmen und die Aktie weitergeht.

Der DAX-Aufstieg allein stellt noch keinen Grund für den Kauf einer Aktie dar. Bei XTB finden Trader viele Möglichkeiten, um ein Finanzinstrument zu analysieren. Neben Indikatoren und Charttools bietet der Broker auch tägliche Analysen, einen Wirtschaftskalender und Marktnachrichten. Hilfreich ist oft auch, interessante Aktien in eine Watchlist aufzunehmen.

Bilderquelle:

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