Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist ?

Bank-Pleiten und Broker-Insolvenzen wird es auch in Zukunft ab und an geben, selbst ohne globale Finanzkrise. Wir hoffen natürlich nicht, dass Sie gerade von der Insolvenz Ihres Aktiendepot-Anbieters erfahren haben! Falls doch, so können wir Sie immerhin gleich beruhigen: Ihre Wertpapiere gehören natürlich Ihnen – und nicht dem insolventen Anbieter. Dieser hat, gegen Gebühr oder als kostenlose Inklusivleistung, lediglich die treuhänderische Verwaltung der Wertpapiere übernommen. In jedem Falle sollte sich jeder Gedanken dazu machen: Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist?

Inhaltsverzeichnis

  • Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist – das Wichtigste für Sie auf einen Blick
  • So gehen Sie vor, um möglichst schnell wieder Kontrolle über Ihre Assets zu bekommen
    • Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist?
  • Bankenpleite im Ansatz vermeiden – so finden sie seriöse Banken
  • Bei Brokern auf die Regulierung achten
    • Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist? Regulierung ist entscheidend
  • Unser Fazit: Bei einem seriösen Broker müssen Sie auch bei einer Bank-Pleite nichts befürchten

Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist – das Wichtigste für Sie auf einen Blick

  • Keine Panik! Ihr Broker oder Ihre Bank war nur treuhänderisch für Sie tätig und ist nicht der Eigentümer Ihrer Wertpapiere.
  • Panik! Falls Sie gleichzeitig auch Aktien der pleite gegangenen Bank oder des insolventen Brokers besitzen, müssen Sie vermutlich mit einem Totalverlust bei dieser Position rechnen. Kritisch ist es ebenfalls, wenn Sie Papiere besitzen, deren Emittent der Depotanbieter selbst war.

Auf die anderen Wertpapiere oder die Liquidität auf Ihrem Aktiendepot hat dieser traurige Fakt natürlich keinerlei Auswirkungen.

  • Die nächsten Schritte: Ihr Ansprechpartner ist in Zukunft nicht mehr die insolvente Bank oder der insolvente Broker, sondern der Insolvenzverwalter. Bis ein Insolvenzverwalter vom zuständigen Gericht bestellt wurde, kann etwas Zeit vergehen. Hier bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig als abzuwarten. Sobald Ihnen der zuständige Insolvenzverwalter bekannt ist, können Sie umgehend aktiv werden und Ihre Ansprüche gegenüber diesem schriftlich geltend machen. Erfahrungsgemäß kann die Herausgabe der Wertpapiere leider einige Zeit in Anspruch nehmen.
  • Die Konsequenz: Die Auswahl eines seriösen, voll regulierten und finanzstarken Brokers ist keine langweilige Pflichtübung, sondern eine Beinahe-Garantie dafür, dass Sie sich nicht mit einem unerfreulichen Thema wie dem „Aussonderungsrecht nach der Insolvenzordnung" beschäftigen müssen…
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So gehen Sie vor, um möglichst schnell wieder Kontrolle über Ihre Assets zu bekommen

daumen_mittelAktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist?

Schnelles und konsequentes Vorgehen von Ihrer Seite ist wichtig, denn während beim insolventen Broker oder Bank bereits die Lichter ausgegangen sind, drehen sich die Finanzmärkte natürlich weiter. Bei den von Ihnen gehaltenen Positionen ist also mit Veränderungen zu rechnen, zum Guten wie zum Schlechten.

Schritt 1: Wenn Ihr Login beim insolventen Broker noch normal funktioniert und der Anbieter noch Trades und Transaktionen zulässt, sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Natürlich nur, wenn es sinnvoll ist: Zum Beispiel um Gewinne mitzunehmen. Oder einen ohnehin geplanten Ausstieg aus einer Position zu realisieren, um Verluste zu minimieren.

Schritt 2: Abwarten und Tee trinken. Und die Vorgeschichte der Bank-Insolvenz analysieren! Denn generell kann es bei jedem Unternehmen zu einer Insolvenz kommen. Und eine solche hat natürlich gravierende Auswirkungen für Sie als Investor. Gehen Sie ruhig einige Monate in den Finanz-News zurück und suchen Sie ganz gezielt nach Vorzeichen der Pleite. Auch die Recherche nach entsprechenden Gerüchten in Anleger-Foren kann sehr interessant sein. Auf diese Weise können Sie aus dem sehr unangenehmen Ereignis wertvolle Lehren für Ihre künftigen Investments ziehen.

Schritt 3: Sobald der Insolvenzverwalter beim insolventen Anbieter das Ruder übernommen hat, sollten Sie umgehend aktiv werden und Kontakt mit dem vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter aufnehmen. Meist ist dies eine auf Insolvenzen und Finanzunternehmen spezialisierte Kanzlei. Denn nach der Insolvenzordnung haben Sie einen Aussonderungsanspruch, das heißt Ihre Wertpapiere haben nichts mit der Insolvenzmasse des Unternehmens zu tun.

Schritt 4: Auf Depotvergleich.com nach einem Top-Broker suchen und sich unseren kritisch-objektiven Testberichten über die Verlässlichkeit der Anbieter informieren, die Sie in die engere Wahl genommen haben.

Schritt 5: Schreiben Sie dem Insolvenzverwalter einen Brief, in dem Sie kurz und formlos die schnellstmögliche Herausgabe der verwahrten Wertpapiere verlangen. Zusätzlich sollten Sie alle relevanten Daten für den Insolvenzverwalter zusammenstellen. Dies sind:

  • Ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Adresse, Mail und Telefonnummer), falls es Rückfragen gibt
  • Ihre Kundennummer beim insolventen Broker
  • Wenn Sie einen Ausdruck Ihres Portfolios greifbar haben, können Sie diesen mitschicken
  • Die Kontaktdaten Ihres neuen Aktiendepot-Anbieters und Ihre Kundennummer beim neuen Anbieter

Bankenpleite im Ansatz vermeiden – so finden sie seriöse Banken

Dass eine Bankenpleite tatsächlich real werden kann, sollte spätestens seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 hinreichend bekannt sein. Wer sein Depot bei einer Bank führt, kann jedoch bereits im Vorfeld beurteilen, wie es um die Finanzkraft des Kreditinstituts bestellt ist. Möglich ist das durch sogenannte Ratings, die von Ratingagenturen durchgeführt werden. Anleger sollten sich grundsätzlich auf die Einschätzungen der renommierten Agenturen Moodys, Fitch sowie Standard&Poor´s verlassen.

Die Ratings für Ihre Bank finden Sie entweder auf den Seiten der Agenturen selbst oder über bekannte Finanzportale. Vertrauen Sie am besten nur solchen Kreditinstituten, die über eine Bewertung von BBB bzw. B2 oder höher verfügen. Ist das Rating schlechter eingestuft, also mit BB oder B3, gilt die Bank zwar noch nicht als gefährdet, jedoch ist sie anfälliger für Krisen. Grundsätzlich gilt natürlich, je höher das Rating desto sicherer die Depotführung bei der Bank.

Nach Möglichkeit sollten Sie sich nicht nur auf eine einzige Bewertung verlassen, sondern die Einschätzung aller drei großen Ratingagenturen nutzen.

Bei Brokern auf die Regulierung achten

Aktiendepot was passiert wenn die Bank pleite ist? Regulierung ist entscheidend

Selbstverständlich ist es auch möglich, dass Broker Insolvenz anmelden müssen. Die Folgen für Sie als Kunden wurden bereits beschrieben, Sie können jedoch bereits durch eine geschickte Wahl des Unternehmens dafür sorgen, dass der Ernstfall gar nicht erst eintritt. Tendenziell neigen vor allem junge und kleine Finanzdienstleister bzw. Unternehmen im Allgemeinen dazu, in wirtschaftliche Schieflage zu geraten. International agierende Weltkonzerne können dank großer Reserven und eines breiten Angebots besser durch Krisen kommen.

Von entscheidender Bedeutung ist die Regulierung des Brokers. Wird das Unternehmen von einer Regulierungsbehörde überwacht, senkt das die Wahrscheinlichkeit für eine Bankenpleite enorm. Grundsätzlich gilt, dass Ihr Broker seinen Hauptsitz möglichst innerhalb der EU oder in den USA haben sollte. In den beiden Wirtschaftsräumen ist die Überwachung spätestens seit der Finanzkrise 2008 am stärksten ausgeprägt, so dass sich ein hohes Maß an Sicherheit für Anleger eingestellt hat.

Anleger sollten jedoch nicht blind darauf vertrauen, dass ein in der EU ansässiger tatsächlich überwacht wird. Achten Sie immer darauf, ob das Unternehmen eine Lizenznummer publiziert, unter der Sie bei der zuständigen Regulierungsbehörde Daten über das Unternehmen abrufen können. Zudem ist es interessant zu erfahren, welche Behörde genau für die Regulierung verantwortlich ist. Europaweit haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten insgesamt drei Aufsichtsbehörden einen Namen machen können:

  1. FCA
    Die britische Financial Conduct Authority ist eine unabhängige, aber staatliche anerkannte Regulierungsbehörde. Sie überwacht alle in London ansässigen Banken und zählt damit zu den größten Aufsichten überhaupt.
  2. BaFin
    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist hingegen komplett staatliche und gilt ebenfalls als äußerst renommiert. Alle in Deutschland ansässigen Broker müssen entweder eine Lizenz oder eine Registrierung von der BaFin durchführen lassen.
  3. CySEC
    Die zypriotische CySEC ist vergleichsweise jung, wurde sie doch erst im Jahr 2004 gegründet. Dennoch schaffte sie es, Zypern bereit für den Eintritt in den Euro zu machen und den Ruf des Landes als Steuerparadies erfolgreich zu bekämpfen.
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Unser Fazit: Bei einem seriösen Broker müssen Sie auch bei einer Bank-Pleite nichts befürchten

fazitWenn ein Broker grundlegende Prinzipien wie die Trennung von eigenem Vermögen und Kundengeldern beziehungsweise Depotkonten befolgt hat, haben Sie keinen Grund in Panik zu geraten. Es macht also Sinn, sich bei der Broker-Auswahl auch um Themen wie Seriosität und staatliche Regulierung Gedanken zu machen!

 


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