Samsung C&T: Reorganisation erfolgreich!

Jetzt also doch: Bei Samsung C&T haben letzten Freitag die Aktionäre einer „Reorganisation“ zugestimmt, welche höchst umstritten war. Der amerikanische Hedgefonds Elliott Associates war mit einer Anzahl von Aktionären gegen die Maßnahmen. Hier die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Vorbereitung in der Lee-Familie auf Generationenwechsel
  • Aktionäre von Samsung C&P: Zustimmung von 69,5%!
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Bei Samsung C&T handelt es sich um ein Bauunternehmen aus der „Samsung-Familie“. Dieses soll durch „Cheil Industries“ übernommen werden. Das ist sozusagen ein Schwesterunternehmen und im Grunde eine Holding der Samsung-Gruppe. Die Samsung Gruppe wiederum wurde von der reichen und einflussreichen Lee-Familie gegründet, welche von diesem geplanten Deal besonders profitieren soll. Die Samsung-Gruppe besteht aus Dutzenden Unternehmen, und die Lee-Familie ist weiterhin durch zahlreiche Minderheitsbeteiligungen an diesen Unternehmen sehr einflussreich. Das Abkommen sieht vor, dass die Aktionäre von Samsung S&T für jede eigene Aktie 0,35 Aktien des neuen Unternehmens erhalten.

Als dies bekannt wurde, trat der US-Hedgefonds Elliott Associates auf den Plan: Das sei viel zu wenig, Samsung C&P werde damit zu niedrig bewertet, für die Aktionäre von Samsung C&P sei das kein gutes Geschäft. Man bereite rechtliche Schritte vor. Obwohl US-Hedgefonds in Südkorea – und nicht nur da! – keinen besonders guten Ruf haben, stieß diese Argumentation von Elliott Associates bei südkoreanischen Kleinaktionären auf Resonanz. Samsung C&P sei in der Tat bei dieser Übernahme bestenfalls „mäßig“ bewertet, für die Kleinaktionäre sei die Transaktion also nicht übermäßig attraktiv.

Vorbereitung in der Lee-Familie auf Generationenwechsel

In der „Neuen Zürcher Zeitung“ konnte ich dazu höchst interessante Details lesen: Demnach ist die geplante Übernahme bzw. Fusion von Samsung C&T und Cheil Industries in Wahrheit von Nachfolgeregelungen innerhalb der Lee-Familie. Konkret: Der derzeitige Patriarch Lee Kun-hee ist offensichtlich gesundheitlich angeschlagen. Als sein Nachfolger gilt Lee Jae-yong. Dieser wiederum hat einen 23%igen Anteil an Cheil-Industries. Wenn diese nun Samsung C&T übernimmt, würde er dadurch auch den Anteil an diesem Unternehmen erhöhen. Und, noch wichtiger, indirekt würde er damit 4,1% Einfluss auf Samsung Electronics erhalten. Nächster Schritt könnte dann den Überlegungen zufolge eine Fusion von Samsung Electronics mit Samsung SDS sein – an Letzterer hält Lee Jae-yong rund 11%.

Quelle: Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung

Die Neue Zürcher Zeitung verweist übrigens auch darauf, dass die Lee-Familie nach dem Tod des derzeitigen Patriarchen aber wohl auch Anteile verkaufen muss: Die Erbschaftssteuer könne demzufolge im Bereich der Kleinigkeit von 5 Milliarden US-Dollar liegen. Der südkoreanische Fiskus dürfte sich darüber freuen.

Aktionäre von Samsung C&P: Zustimmung von 69,5%!

Trotz der Kritik des US-Hedgefonds Elliott Associates: Die Aktionäre haben letzten Freitag mit 69,5% der geplanten Übernahme zugestimmt.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.