Tesla wegen Übernahmeplänen unter Druck

Visionen hat er – Elon Musk, der CEO von Tesla. Ob er deshalb zum Arzt gehen sollte, weiß ich nicht. Sein neuester Plan: Den Kunden sowohl Elektroautos als auch Stromspeicherlösungen für zu Hause sowie direkt die passende Photovoltaikanlage dazu liefern. Aus einer Hand, gewissermaßen. Deshalb möchte er nun den Photovoltaikanbieter „SolarCity“ übernehmen. Doch diese Pläne kamen an der Börse überhaupt nicht gut an! Hierzu der Blick auf einige interessante Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Tesla-Aktie fällt, SolarCity steigt
    • Elon Musk ist Großaktionär sowohl bei Tesla als auch bei SolarCity
    • Tesla und SolarCity: Die Finanzierung des Deals
    • Tesla: Verwässerung des Anteils der Alt-Aktionäre?

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Tesla-Aktie fällt, SolarCity steigt

Tesla Aktie Juni 2016Der Plan lautet: Tesla übernimmt SolarCity für die Kleinigkeit von rund 2,8 Mrd. Dollar. Als dies am Dienstag bekannt wurde, brach die Tesla-Aktie im nachbörslichen Handel deutlich ein und verlor gut 12%. Das war eine klare Reaktion der Marktteilnehmer(innen)! Wie in solchen Fällen üblich schoss der Aktienkurs des Unternehmens, das übernommen werden soll (= SolarCity) zuerst einmal nach oben. Nachbörslich hieß es am Dienstag für die Aktie knapp 15% Plus. Am Mittwoch bestätigte sich diese Tendenz – Tesla kräftig runter, SolarCity kräftig rauf – im regulären Handel. Allerdings dampfte im Fall von SolarCity ein großer Teil der Gewinne im Handelsverlauf wieder weg. Bei Tesla Motors hingegen blieb zum Ende des Handelstages an der Nasdaq ein Minus von rund 10,5%, der Kurs rutschte unter 200 Dollar (Schlusskurs Nasdaq: 196,66 Dollar). Wie ist das zu bewerten? Meine Einschätzung:

Elon Musk ist Großaktionär sowohl bei Tesla als auch bei SolarCity

Es wäre aus meiner Sicht durchaus passend, wenn Tesla seinen Kunden aus einer Hand Elektroauto, Batterie für zu Hause sowie Solar-Ladestation anbieten könnte. Das sieht doch nach einem echten Mehrwert für die Gesellschaft aus – ist mir jedenfalls lieber als Spritschlucker, die auf Benzinbasis 20 Liter pro 100km verbrauchen. Und mit SolarCity arbeitet Tesla bereits intensiv zusammen. Mehr als das: Der Tesla-Vorstandsvorsitzende Elon Musk ist selber sowohl an Tesla als auch an SolarCity beteiligt. Bei SolarCity hat das Elon Musk den Posten des Chairman eingebracht. Zudem ist der Unternehmer bei beiden Unternehmen bereits größter Einzelaktionär. Es ist derzeit offen, ob das bedeuten würde, dass Tesla ihm auch seinen persönlichen Anteil an SolarCity abkauft.

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Tesla und SolarCity: Die Finanzierung des Deals

Wie gesagt: Die Tesla-Aktien hingegen verlor deutlich. Da zeigen sich Bedenken über die Finanzierung des Deals. Denn Tesla hat bereits über 6 Mrd. Euro Schulden – eine Übernahme für 2,8 Mrd. Dollar dürfte die Eigenkapitalquote des Unternehmens weiter verringern, wenn mit Cash bezahlt werden soll. Danach sieht es derzeit aber nicht aus – Elon Musk möchte lieber in Aktien von Tesla bezahlen. Das ist für Tesla als Unternehmen wahrscheinlich besser (die Eigenkapitalquote sinkt nicht, es müssen keine neuen Schulden aufgenommen werden wegen der Übernahme, was Zinskosten bedeuten würde). Es hat aber – natürlich – auch einen Nachteil, und zwar diesen:

Tesla: Verwässerung des Anteils der Alt-Aktionäre?

Wenn Tesla mit eigenen Aktien bezahlt, dann passiert dies: Die Gesamtzahl der Tesla-Aktien erhöht sich. Um das einzuordnen: Per Mittwochabend hatte Tesla eine Marktkapitalisierung von rund 29 Mrd. Dollar. Wenn nun eine Übernahme für 2,8 Mrd. Dollar mit neuen Aktien bezahlt werden soll, bedeutet das nichts anderes, als dass sich die Aktienzahl um knapp 10% erhöht. Und um genau diesen Prozentsatz wird dann der Anteil der Alt-Aktionäre verwässert. Wenn Tesla in späteren Jahren die angekündigten Gewinne schreiben wird, dann ist der Anteil der Alt-Aktionäre entsprechend geringer. Andererseits: Vielleicht steigt durch die Übernahme ja der Gewinn pro Aktie stärker als der Verwässerungseffekt? Ob das der Fall ist – derzeit offen!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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Bildquelle: pixabay.com

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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