Allianz: Verkauf von US-Tochter könnte beflügeln

Das war irgendwie nichts: Das USA-Geschäft bereitet der Allianz SE seit Jahren gewisse Probleme. Das dortige Schaden- und Unfall-Geschäft schreibt rote Zahlen und ist damit eine Belastung für den Gesamtkonzern.

Die Allianz SE ist der größte Versicherungskonzern der Welt. Inzwischen ist die Allianz (1890 gegründet) auch im Bereich der Finanzdienstleistungen ein großer „Global Player“. Der Jahresumsatz lag 2013 bei über 110 Mrd. Euro. Vorstandsvorsitzender ist derzeit Michael Diekmann.

Inzwischen hat das Allianz-Management Schritte zum Gegensteuern ihrer Probleme in Nordamerika eingeleitet:

Eben dieses Schaden- und Unfall-Geschäft soll in die „Allianz Corporate & Specialty (ACGS)“ integriert werden.

Und das allerdings schwarze Zahlen schreibende Privatkundengeschäft der Tochter „Fireman´s Fund“ soll verkauft werden. Seit 1991 ist die Allianz an diesem Unternehmen (Sitz in Kalifornien) beteiligt, und es hieß schon öfter, dass die Lage sich dort verbessern soll. Doch das blieb meist ein frommer Wunsch.

Inhaltsverzeichnis

  • Allianz Group: Verkauf von „Fireman´s Fund"
  • Allianz SE: Ziel 10,5 Mrd. Euro Gewinn in 2014
  • Allianz SE: Einstelliges KGV
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Allianz Group: Verkauf von „Fireman´s Fund"

Das Allianz-Management scheint deshalb zu denken: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – also Zerlegung der US-Tochter.

Bei den Marktteilnehmern kam das offensichtlich gut an, nach der Bekanntgabe dieser Pläne legte die Allianz-Aktie zu.

Doch was macht das Kerngeschäft der Allianz? Die letzten Quartalszahlen sahen durchaus positiv aus. Konkret:

  • Ein Umsatzzuwachs von 14,5% auf 28,78 Mrd. Euro kann sich sehen lassen.
  • Gleichzeitig wurden erneut tiefschwarze Zahlen geschrieben: Der operative Gewinn lag bei 2,65 Mrd. Euro (ein Plus von 5,2%).

Allianz SE: Ziel 10,5 Mrd. Euro Gewinn in 2014

Damit ist der Konzern gut auf Kurs, das Ziel für das Gesamtjahr 2014 – ein Gewinn von 10,5 Mrd. Euro – zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Die endgültigen Zahlen für das Gesamtjahr 2014 sollen dann am 26. Februar veröffentlicht werden.

Insbesondere bei der Krankenversicherungssparte und – für mich überraschend – der Lebensversicherungssparte soll es Zuwächse bei den Beitragseinnahmen im zweistelligen Prozentbereich gegeben haben.

Versicherungsaktien sind im Hinblick auf traditionelle Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis üblicherweise günstiger bewertet als der Marktdurchschnitt.

Allianz SE: Einstelliges KGV

So liegt der Durchschnitt bei den Versicherungsaktien laut Vontobel bei 10,4. Für die Allianz SE errechnen die Analysten von Vontobel hingegen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (ohne den Sektor „Asset Management“) von 8,9. Dies zusammen mit einer in der Vergangenheit verlässlichen Dividendenzahlung lassen den Titel auch auf dem erhöhten Niveau noch durchaus attraktiv aussehen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit der Allianz-Aktie zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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