Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone?

An den Finanzmärkten ist nun wieder ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein Thema. Mit dem ihnen eigenen Charme nennen Marktteilnehmer ein solches Szenario kurz und bündig:

Grexit“ – das ist eine Mischung aus „Greece“ (Griechenland) und „Exit“ (Ausgang).

Anders als beim letzten Mal kommt aber diesmal erheblich weniger Unruhe bei den Marktteilnehmern und auch in der Politik auf.

Der Spiegel berichtet aktuell, dass die deutsche Bundesregierung einen Austritt aus der Euro-Zone nicht mehr als Bedrohung für den Rest der Euro-Zone ansieht.

„Um die Details würden sich notfalls ´findige Juristen´ kümmern, heißt es lapidar“, so der Spiegel.

Quelle: Griechenland und die Euro-Zone: Der fast unmögliche Rausschmiss

Griechenland wird über den Euro-Rettungsfonds gestützt – zudem könnte die EZB den Kauf von griechischen Staatsanleihen beschließen. Und dann erhält Griechenland noch bedeutende Mittel aus dem EU-Strukturfonds.

Inhaltsverzeichnis

  • „Grexit": Ein möglicher Grund für die relative Ruhe
    • Die Euro-Zone
  • Für deutsche Steuerzahler Risiko von bis zu 65 Mrd. Euro!
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

„Grexit": Ein möglicher Grund für die relative Ruhe

Ich sehe einen Grund für diese relative Ruhe: Denn damals, als die Aufregung groß war, lag ein großer Teil der griechischen Anleihen bei europäischen Banken (insbesondere französischen, aber auch deutschen). Wenn die auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichtet hätten (zwangsweise), dann hätte das diese Banken hart treffen können. Die Regierungen sorgten sich um eine EU-weite Bankenkrise.

Doch heute ist die Lage anders. Denn inzwischen ist ein großer Teil der griechischen Anleihen, welche von Banken der Euro-Zone gehalten wurden, an die EZB weitergereicht worden.

Die Euro-Zone

Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone?Blau dargestellt sind die Staaten, welche derzeit den Euro als Zahlungsmittel haben. Quelle: Wikipedia

Damit wären diese Banken nicht mehr von einem neuen Schuldenschnitt betroffen. Negativ getroffen wäre die EZB. Und damit wäre im Zweifel der Steuerzahler dran. Und das ist wohl weniger beunruhigend, als wenn große europäische Banken Verluste erleiden würden. Vielleicht erklärt das die relative Gelassenheit der Politik derzeit, wenn es um einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone geht.

Für deutsche Steuerzahler Risiko von bis zu 65 Mrd. Euro!

Für die Steuerzahler aber keineswegs „beruhigend“, immerhin soll es im Fall Deutschlands um Summen von bis zu 65 Mrd. Euro gehen. Soviel zum Thema mühsam erreichte „schwarze Null“ im Haushalt – dafür drohen solche Risiken, leider!

Vor der griechischen Wahl am 25. Januar wird darüber wohl nichts entschieden werden. Wenn dann aber dort die „Linkspartei“ gewinnen und ankündigen sollte, einen weiteren Schuldenschnitt haben zu wollen – dann könnte das Szenario des „Grexit“ durchaus hohe Wahrscheinlichkeit erhalten!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit griechischen Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.