Dialog Semiconductor: Die Wende?

Was waren das noch für Zeiten im Sommer 2015, als der Kurs der Aktie von Dialog Semiconductor für in der Spitze über 52 Euro herumgereicht wurde, im schönsten Aufwärtstrend. Innerhalb der vorangegengenen 24 Monate hatte sich der Kurs mehr als vervierfacht. Die Aktionäre konnten sich freuen. Doch ab Ende Juli 2015 dann die Wende: Der Kurs halbierte sich und sackte bis auf unter 26 Euro im Februar 2016 nach unten. Seitdem hat eine Phase der Erholung begonnen. Was steckt dahinter, oder ist es nur eine technische Reaktion auf die vorigen starken Verluste? Hier der Blick auf Details zu Dialog Semiconductor:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Dialog Semi: Übernahmekampf um Atmel belastete
  • Dialog Semi: Apple mit Abstand wichtigster Kunde
  • Geplatzte Übernahme von Atmel mit Vor- und Nachteilen
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Zunächst einmal: Dialog Semiconductor ist insofern besonders, als der operative Sitz des Unternehmens in Reading (Großbritannien) liegt und die Verwaltungszentrale im deutschen Kirchheim unter Teck. Dialog Semiconductor ist vereinfacht gesagt ein Zulieferer für Smartphones. Auf der Kundenliste ganz groß steht Apple. Das Geschäft mit diesem Giganten macht einen großen Teil der Umsätze von Dialog Semiconductor aus. Und das bedeutete natürlich in den letzten Jahren, als Apple kräftig wuchs, auch kräftiges Wachstum für Dialog Semiconductor. Wie in der Einleitung beschrieben konnte sich der Kurs der Aktie bis Sommer 2015 vervielfachen. Dann gab es allerdings zwei Probleme:

Dialog Semi: Übernahmekampf um Atmel belastete

Erstens: Ab Sommer 2015 befand sich Dialog Semiconductor im Übernahmekampf um den Konkurrenten Atmel. Dieser US-amerikanische Konkurrent sollte für einen Milliardenbetrag übernommen werden – doch dann kam es zu einem Bieterwettstreit mit Microchip Technology. Die beiden Bieter trieben ihre Gebote gegenseitig hoch, was den Aktionären von Dialog Semiconductor gar nicht gefiel. Denn der anvisierte Kaufpreis von satten 4,6 Mrd. Dollar erschien offensichtlich vielen Aktionären von Dialog Semiconductor als zu hoch. Das hätte das Unternehmen auf Jahre belasten können. Die Folge war, dass der Kurs der Aktie von Dialog Semiconductor unter diesem Bieterwettstreit um Atmel deutlich litt.

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Dialog Semi: Apple mit Abstand wichtigster Kunde

Das zweite Problem für die Dialog Semiconductor Aktie: Auch die Apple Aktie geriet ab ca. Sommer 2015 unter Druck. Denn auch bei Apple wachsen die (Apfel-)Bäume nicht in den Himmel! Da die Aufträge von Apple mehr als die Hälfte der Umsätze bei Dialog Semiconductor ausmachen, war es abzusehen, dass ein Abtauchen des Kurses der Apple-Aktie auch den Kurs von Dialog Semiconductor belasten würde. Und genauso kam es dann ja auch. Und so ging es weiter:

Geplatzte Übernahme von Atmel mit Vor- und Nachteilen

Die Übernahme von Atmel durch Dialog Semiconductor scheiterte schließlich, da sich Dialog Semi zurückzog. Mehr als 4,6 Mrd. Dollar wollte man dann doch nicht zahlen. Das war zunächst einmal gar nicht schlecht – wie gesagt, Aktionäre hatten Bedenken geäußert, dass der Kaufpreis zu hoch sei. Insofern besser kein Kauf als ein zu teuer bezahlter Kauf. Aber richtige Freude kam doch nicht auf. Denn der Kauf von Atmel wäre durchaus eine feine Sache für Dialog Semi gewesen – nur der Kaufpreis hatte sich eben zu hoch geschaukelt durch den Bieterwettstreit. Mit Atmel hätte Dialog Semi den Umsatzanteil von Apple am Gesamtgeschäft auf deutlich unter 50% drücken können. Dann wäre die Abhängigkeit von diesem Weltkonzern verringert worden. Daraus ist nun erstmal nichts geworden. Insofern war Dialog Semiconductor in einer unangenehmen Lage: Die Übernahme von Atmel wurde zu teuer – und ein Abbruch der Übernahme verhinderte, dass das Unternehmen sich von Apple etwas lösen konnte. Die Folge waren die Kursverluste, die sich daraufhin bei der Aktie gezeigt hatten.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

 

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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