Die Geldpolitik der Fed: Leitzins erhöht!

Na also: Nun hat die Fed unter Janet Yellen die Leitzinsen erhöht. Gestern wurde die Anhebung um 25 Basispunkte beschlossen. Zuvor hatten die US-Leitzinsen rund 7 Jahre auf dem sehr niedrigen Niveau von 0-0,25% gelegen. Die letzte Zinserhöhung ist sogar rund 9 Jahre her (das war im Jahr 2006!). Hier der Blick auf die Details bzw. die Hintergründe der gestrigen geldpolitischen Entscheidung:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Leitzins erhöht – aber Fed wahrt sich Flexibilität
  • Fed-Bilanzsumme von rund 4,4 Billionen Dollar soll gehalten werden
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Soviel vorab: Alles andere als der gestrige Zinsschritt um 25 Basispunkte wäre eine Überraschung gewesen. Denn bereits die jüngsten Äußerungen der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen sprachen dafür, dass sie diesem „Notfall-Niveau“ der Leitzinsen von 0,0-0,25% ein Ende machen würde, durch eine Zinserhöhung von eben besagten 25 Basisschritten. Genau das geschah gestern: Statt 0-0,25% heißt es nun: 0,25-0,50%. Ein recht passender Schritt für den Moment. Denn die psychologisch wichtige „Zinswende“ ist eingeleitet:

Leitzins erhöht – aber Fed wahrt sich Flexibilität

Die Fed hat klargemacht, dass das „Notfallniveau“ nicht mehr angemessen ist. Bedeutet: Der US-Wirtschaft geht es wieder normal (was ist schon „normal“?). Und 25 Basispunkte sind kein abrupter Schritt. Gleichzeitig hat sich die Fed eine gewisse Flexibilität erhalten: Denn „0,25-0,50%“ sind anders als in früheren Zeiten ein Korridor. Und wenn sich die Fed an den 0,25% orientiert, dann ist das gar nicht so weit von einer Nullzinspolitik entfernt.
Fed erhöht auch Zinsen für Guthaben bei ihr

Gleichzeitig wurden die Zinsen erhöht, welche die Fed an Banken zahlen, die Geld bei ihr deponieren. Dieser Zinssatz wurde von 0,25% auf 0,50% erhöht. Das ist sozusagen der risikolose Zinssatz, den Banken erhalten können. Das bei der Fed hinterlegte Geld bleibt allerdings der US-Wirtschaft fern. Insofern ist dieser Schritt potenziell problematisch. Denn was, wenn nun Banken verstärkt einfach diese risikolosen Zinsen mitnehmen möchten, und Geld bei der Fed „bunkern“, statt damit neue Investitionen von Unternehmen zu fördern? Manche Zentralbanken wie die Schweizer haben genau aus diesem Grund sogar negative Zinssätze für Bankeneinlagen bei der Zentralbank eingeführt. Die Fed geht nun in die Gegenrichtung und erhöht diesen Zinssatz. Mal sehen, wie sich das auf die Einlagen privater Banken bei der US-Notenbank auswirken wird!

Fed-Bilanzsumme von rund 4,4 Billionen Dollar soll gehalten werden

Die Fed teilte auch mit, dass sie ihre Bilanz auf dem aktuellen Niveau von rund 4,4 Billionen Dollar halten möchte. Genau, Billionen! Das ist also mehr als das Bruttoinlandsprodukt größerer Staaten. Die Bilanz besteht auf der Aktivseite zu einem großen Teil aus US-Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren, welche von der US-Regierung garantiert sind. Naturgemäß laufen solche Papiere/Anleihen irgendwann aus. Dadurch, dass die Fed das Niveau von 4,4 Billionen Dollar halten möchte, bedeutet dies: Wenn ein solches Papier ausläuft, wird mit dem Rückzahlungsbetrag erneut ein ähnliches Papier gekauft. Sprich: Wenn eine US-Staatsanleihe zurückbezahlt wird, wird mit dem Geld eben eine neue US-Staatsanleihe gekauft. Das ist nicht unwichtig: Denn wenn dies nicht verkündet worden wäre, dann hätte die Höhe der Fed-Bilanz Schritt für Schritt abschmelzen können, da einzelne Anleihen zurückgezahlt worden wären. Nun heißt es: „Netto“ ist die Fed in Bezug auf den US-Anleihenmarkt neutral. Es werden netto keine weiteren US-Staatsanleihen gekauft, aber netto eben auch nicht verkauft. Ich weiß allerdings nicht, ob es nicht innerhalb der verschiedenen Asset-Kategorien in den Aktiva zu Umschichtungen kommen soll/wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Unsere Bewertung
Broker:
Die Zinsentscheidung der Fed
Bewertung:
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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