Erneut Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt!

Das ist erst wenige Tage her: Der erste Handelstag des Jahres wurde an den Weltbörsen durch einen sehr schwachen Auftakt an der Aktienbörse Shanghai belastet. Da war eine neue Regelung eingeführt worden, derzufolge der Handel eingestellt werden musste. Das ist eigentlich für „Extreme Handelstage vorgesehen – doch gestern gab es in Shanghai bereits den zweiten extremen Handelstag, der Handel wurde erneut eingestellt. Der DAX litt gestern direkt zu Handelsbeginn erneut recht stark darunter. Hier der Blick auf die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Chinesische Zentralbank wertet Yuan ab
  • Mögliche Auswirkungen der Yuan-Abwertung
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Der Leitindex CIS300 brach dieses Mal noch schneller als am ersten Handelstag des Jahres an. Damals dauerte es bis zum frühen Nachmittag – diesmal war es bereits nach rund einer halben Stunde soweit: Minus 7% – und damit war die Marke erreicht, ab der der Handel eingestellt wird. Und so geschah es dann auch diesmal wieder. Es ist nicht klar, ob diese regulatorische Maßnahme (Handelseinstellung, wenn der Index mindestens 7% verliert) letztlich zur Beruhigung der Marktteilnehmer(innen) beiträgt oder nicht. Hinzu kam:

Chinesische Zentralbank wertet Yuan ab

Die chinesische Zentralbank, die „People´s Bank of China“, wertete zudem den Yuan ab. Dies geschieht dadurch, dass sie einen um 0,5% niedrigeren Mittelwert des Yuan zum Dollar festlegte. Damit hat sie diesen Mittelwert des Yuan zum Dollar bereits mehrfach hintereinander abgewertet – das sieht durchaus nach einer „Tendenz“ aus, und 0,5% sind auch durchaus signifikant am Währungsmarkt. Das sieht so aus, als ob die chinesische Zentralbank durch die Abwertung der eigenen Währung die chinesischen Exporte beflügeln möchte. Denn eine Abwertung der eigenen Währung bedeutet im Umkehrschluss, dass chinesische Exporteure mehr Yuan für ihre Dollar-Einnahmen erhalten. Das macht sie tendenziell wettbewerbsfähiger. Aber das ist natürlich nicht so einfach, wie es aussieht – denn erstens verteuert eine Abwertung der eigenen Währung auch die Importe. Und zweitens kommt es auch darauf an, was die Handelspartner machen. Konkret:

Mögliche Auswirkungen der Yuan-Abwertung

Wenn das die Handelspartner Chinas auch so sehen – die eigene Währung kann die eigenen Exporte beflügeln -, dann kann es zu dem kommen, was in der Wirtschaftswelt „Abwertungswettlauf“ genannt wird. Denn natürlich, China kann den Yuan gegenüber dem Dollar abwerten. Was aber, wenn das auch Thailand, Vietnam, Indonesien, Singapur tun? Dann hat sich für China relativ zu diesen Ländern kaum etwas geändert. Und was, wenn auch die Fed eine neue Runde „Quantitative Easing“ ankündigen würde, um den Dollar zu schwächen? Sie sehen, ein solcher „Abwertungswettlauf“ kann sehr ungewisse Folgen haben. Und genau das ist es, was einigen Marktteilnehmern derzeit offensichtlich gar nicht gefällt: Die diesbezügliche Unsicherheit! Der eigentliche Abwertungsschritt ist „an sich“ hingegen gar nicht so dramatisch: Abwertung des Yuan um 0,5%, das werden wir alle überleben bzw. haben wir bereits, wenn Sie diese Zeilen lesen.

Übrigens, Stichwort „Abwertungswettlauf“: der australische Dollar verlor bereits ebenfalls zum US-Dollar. Damit hat sich bei der Relation „Yuan – australischer Dollar (AUD)“ schon einmal nicht der volle Abwertungsschritt des Yuan ergeben. Gefragt sind in diesen „unsicheren Zeiten“ interessanterweise einmal wieder solche Anlagen, die gemeinhin als „sichere Anlagen“ gelten: Hier erwähne ich insbesondere Gold, das in den letzten Handelstagen Boden gutmachen konnte.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.