Griechenland vor der Wahl: Kommt der „Grexit“?

Am kommenden Sonntag sind in Griechenland Wahlen – und in deren Folge könnte es durchaus zum Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kommen. Ausgeschlossen ist das nicht, aber was ist das schon…

Die Finanzmärkte haben für ein solches Szenario natürlich längst ein eigenes Wort: „Grexit“!

Inhaltsverzeichnis

  • Griechenland: Wegweisende Wahl am 25. Januar
  • Griechenwahl: Wichtig für Griechenland – für Euro-Zone nur bedingt
    • Die Eurozone (blau gefärbte Länder)
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Griechenland: Wegweisende Wahl am 25. Januar

„Grexit“ – das ist eine Mischung aus „Greece“ (Griechenland) und „Exit“ (Ausgang).

Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone verbunden mit einem neuen „Schuldenschnitt“ könnte für deutsche Steuerzahler teuer werden. Es ist die Rede von Kosten von bis zu 65 Milliarden Euro. Siehe dazu auch mein Beitrag:

Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone?

Bei den Wahlen am Sonntag werden wohl viele Marktteilnehmer besonders darauf achten, wie die von Alexis Tsipras geleitete Partei „Syritza“ abschneiden wird. Sollte diese linksgerichtete Partei die neue Regierung stellen können, dann möchte Alexis Tsipras sein Programm durchsetzen. Davon für die Finanzmärkte besonders zentral:

  • 1. Aufgabe des Sparkurses
  • 2. Neuer Schuldenschnitt

Und das könnte in der Tat einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone forcieren.

Ich halte deshalb bestimmt nichts von Katastrophenstimmung – denn wer weiß, vielleicht ist eine Rückkehr zu Drachme für die griechische Wirtschaft am Ende gar nicht so verkehrt, weil dann mit schwächerer Währung die Exporte beflügelt werden können.

Was mir nicht behagt: Die Verluste eines möglichen neuen Schuldenschnitts werden nicht mehr von den Banken getragen – denn diese haben ihre griechischen Anleihen größtenteils an die EZB weitergereicht. Die Risiken liegen also bei der EZB und damit letztlich auch bei uns allen als europäischen Steuerzahlern.

Als die Risiken bei den Banken lagen, gab es Schutzschirm auf Schutzschirm. Jetzt, wo die Risiken von den Steuerzahlern getragen werden, lässt auch die deutsche Regierung durchblicken, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone keine Katastrophe wäre.

Fakt ist: Wahl ist am 25. Januar – und dann mal schauen, wie die Marktteilnehmer am Montag reagieren werden!

Griechenwahl: Wichtig für Griechenland – für Euro-Zone nur bedingt

Meine Einschätzung: Das Thema Griechenland hat derzeit nicht mehr die Macht, die großen europäischen Indizes einbrechen zu lassen. Die Griechenlandwahl wird deshalb wohl natürlich den griechischen Aktienmarkt beeinflussen – aber schon bei der Auswirkung auf den Euro bin ich mir nicht sicher.

Die Eurozone (blau gefärbte Länder)

Griechenland vor der Wahl - kommt

Quelle: Wikipedia

Übrigens vermeldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), dass Käufe griechischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) aus psychologischer Sicht die Aussichten von Alexis Tsipras erhöhen würden. Der Analyse der FAZ zufolge könnten griechische Wähler dann denken, die EZB werde die Anleihen auch im Falle des Wahlsiegs von Tsipras kaufen – wodurch ein Verbleiben von Griechenland in der Euro-Zone gewährleistet sei.

So könne man alles haben – Aufgabe des Sparkurses, deutliche Schuldenverringerung, und dennoch den Euro behalten.

Drei Wünsche auf einmal – ob das wirklich geht?

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit griechischen Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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