Höhere Cash-Quote? Rendite über Tagesgeld mitnehmen

Die Korrekturen an den Finanzmärkten führen in den Portfolios einiger Investoren zu herben Verlusten. Nachdem die Anleihekurse bereits als Megablase angesehen wurden, sind aktuell Allzeithöchststände die Realität. Vorsichtige Depotinhaber halten eine höhere Cash-Quote als durchschnittlich üblich – und stehen vor einem Problem: Es gibt kaum noch Zinsen für Guthaben auf dem Depotkonto. So zahlt beispielsweise die Comdirect keine Zinsen für Guthaben auf dem Wertpapierkonto. Auch bei der DAB Bank und bei der Consorsbank werden keine Zinsen für Depotguthaben als Cash gezahlt. Tagesgeld kann in solchen Fällen die Rendite der Cash-Position pushen.

Inhaltsverzeichnis

  • Zinserhöhungen sind fraglich
  • Cash Transfer meinst innerhalb eines Tages
  • Tagesgeldkonto ermöglicht hohe Flexibilität bei Wertpapierkauf

Zinserhöhungen sind fraglich

Der Zinsexperte Dr. Ulrich Fielitz vom Fachportal www.tagesgeldvergleich.com sieht auch in den nächsten Monaten keine wesentliche Veränderung bei den Geldmarktzinsen: „Die globalen Finanzmärkte sind angeschlagen, Stichworte nachlassendes Wirtschaftswachstum in China, Tiefststände bei den Ölpreisen etc. und veranlassen die Notenbanken zu äußerster Vorsicht was Leitzinserhöhungen betrifft.“ Ob die amerikanische Notenbank FED die Leitzinsen wie ursprünglich geplant, noch 2016 weiter anhebt ist inzwischen fraglich. Neuste Äußerungen durch Bill Dudley, Präsident der Federal Reserve New York und Mitglied der US-Notenbank lassen Zweifel an weiteren Zinserhöhungen aufkommen. Bei der EZB ist gar keine Leitzinserhöhung auf absehbare Zeit in Sicht.

Auch der Zinsfachmann Kurt Neuwirth sieht in Amerika kein wirkliche nachhaltige Trendwende: „Eine echte Zinstrendwende in den USA kann und wird es unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht geben" erklärt er in einer Pressemeldung. Die amerikanische Wirtschaft befinde sich eher in einer Rezession und benötige bei der geringen Inflationsrate ein niedriges Zinsniveau.

Ähnlich wie bei den Bauzinsen, Kreditzinsen sind auch die Zinsen für Girokonten momentan rückläufig. Bei Tagesgeldern blicken die Sparer dagegen auf weitgehend stabile Zinsen, wenn auch gegenüber den Vorjahren auf deutlich niedrigerem Niveau.

Depotinhaber, die keine Nerven für die Auswirkungen der extremen Volatilität in ihren Portfolios haben und freigewordenes Kapital anlegen wollen oder müssen, sind daher mit dem Parkmodus als Tagesgeld gut bedient. Und möglichst in Euro, denn die Devisenkurse schwanken ebenfalls erheblich. Höhere Zinsen bringt eine Tagesgeldanlage in US Dollar nicht (beispielsweise bei der IKB), dafür aber ein erhebliches Kursrisiko. Auch wenn beim Dollar keine exzessiven Kursänderungen wie beispielsweise beim Schweizer Franken bei der Aufhebung der Anbindung an den Euro in 2015 wahrscheinlich sind. Auch beim USD sind Kurschwankungen von 5% innerhalb einer Woche keine Seltenheit.

Cash Transfer meinst innerhalb eines Tages

Kaum ein Broker bietet aktuell seinen Bestandskunden attraktive Zinsen auf einem separaten Tagesgeldkonto. Daher kommen, um relevante Zinserträge zu erzielen, nur Neukundenangebote bei einer Fremdbank infrage. Die Kontoeröffnung eines Tagesgeldkontos ist unkompliziert und kostenlos. Einmal bei einer Bank, die langfristig überdurchschnittliche hohe Zinsen zahlt eingerichtet, ist der Transfer von Kapital von einem Depotkonto auf das Tagesgeldkonto und retour ohne große zeitliche Verzögerung mit wenigen Klicks erledigt. Meist wird der Betrag noch am selben Tag valutarisch erfasst, spätestens aber innerhalb von 2 Bankarbeitstagen.

Tagesgeldkonto ermöglicht hohe Flexibilität bei Wertpapierkauf

Da die Wertstellung bei Wertpapierkäufen üblicherweise erst zwei Bankarbeitstage nach der Transaktion erfolgt, kann das dafür benötigte Geld sogar erst nach der Transaktion vom Tagesgeldkonto auf das Depotverrechnungskonto überwiesen werden.

Es gibt Zeiten, da ist Nichtstun dem Handeln den Vorzug zu geben. Aktuelle Schwankungen beim Ölpreis der Sorte Brent um 5% – 10% zeigen, dass an den Finanzmärkten etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Neuengagements sind deshalb in vielen Assetklassen mit einem überdurchschnittlichen Risiko behaftet. Mit einer erhöhten Cash-Quote lassen sich solche Zeiten nervenschonender überstehen.

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