Schweizer Gold-Referendum gescheitert

Das war eindeutig: In der Schweiz ist am Wochenende das Referendum „Rettet unser Schweizer Gold“ von den Wahlberechtigten abgelehnt worden.

Die Schweizerische Bundeskanzlei teilt offiziell mit:
Bei einer Wahlbeteiligung von 48,7% stimmten 77,3% der abgegebenen Stimmen mit „Nein“,zudem stimmten alle Stände (schweizerisches Bundesstaatenrecht) dagegen.

Ich habe mir dort einmal die Ergebnisse in den Kantonen angeschaut – und gemäß den offiziellen Daten war das Ergebnis in der Tat eindeutig. Nicht in einem einzigen Kanton konnten die Initiatoren der Initiative „Rettet unser Schweizer Gold“ eine Mehrheit erzielen.

  • Die meisten JA-Stimmen gab es noch im Tessin, wo deren Anteil mit 33,3% ein Drittel erreichte.
  • Doch im Umkehrzug bedeutete das, dass sogar dort zwei Drittel (66,7%) gegen die Initiative stimmten.

An den US-Terminbörsen hatten einige Marktteilnehmer offensichtlich auf ein anderes Ergebnis gesetzt und wurden so auf dem falschen Fuß erwischt. Siehe dazu
Der Beitrag „Silber verkaufen, Gold kaufen – Auswirkungen des Schweizer Referendums?

Der Goldpreis nahm es sportlich – anstatt am ersten Handelstag nach dem Ergebnis durchzusacken, legte er zu und stieg am 1. Dezember auf über 1.200 Dollar/Feinunze. Willkommen zurück im „Tagesgeschäft“, sollte es in Bezug auf Gold heißen. Ein Erfolg des Schweizer Gold-Referendums hätte wegen der dann notwendigen massiven Goldkäufe der Schweizerische Nationalbank (SNB) höchstwahrscheinlich zu einem starken Preisanstieg bei Gold geführt.

Inhaltsverzeichnis

  • Schweizerische Nationalbank: Euro statt Gold – eine gute Wahl?
    • Diese Marke konnte die SNB bis jetzt halten. Und wie?
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Schweizerische Nationalbank: Euro statt Gold – eine gute Wahl?

Übrigens: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird nun nicht gezwungen sein, Gold zu kaufen. Einen ganz anderen Zwang hat sie sich selber auferlegt: Weiter kräftig Euro zu kaufen. Denn die SNB hat als erklärtes Ziel, die Marke von 1,2000 (EUR/CHF) zu verteidigen. Der Schweizer Franken soll gegenüber dem Euro nicht stärker aufwerten, es sollen nicht weniger als 1,20 Schweizer Franken (CHF) pro Euro bezahlt werden müssen.

Diese Marke konnte die SNB bis jetzt halten. Und wie?

Indem Sie im Zweifel intervenierte, und am Devisenmarkt Schweizer Franken gegen Euro verkaufte. Schweizer Franken hat sie genug – „zur Not" werden diese eben selber gedruckt. Genau aus diesem Grund gilt diese Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank auch als „glaubwürdige Drohung", weshalb die Marke von 1,2000 bis jetzt gehalten hat. Allerdings: Dadurch soll der Anteil von Euro an der gesamten Bilanzsumme der SNB auf inzwischen rund 50% gestiegen sein. Tendenz weiter steigend.

Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles.

Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles.


Reserven in Euro oder Gold? Wenn Sie mich fragen, wäre es nicht verkehrt gewesen, den Gold-Anteil zu erhöhen. Ob das in einem strikten Korsett geschehen soll, wie von der Initiative gefordert, mag umstritten sein. Aber ein gewisser Anstieg des Anteils von Gold an den Reserven wäre in der heutigen Zeit zumindest für mich ein Zeichen einer vertrauensbildenden Maßnahme von Seiten der Zentralbanken gewesen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit Gold zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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