US-Börsengänge 2014 mit Mehrjahresrekord!

Im Jahr 2014 lag das Volumen der Börsengänge an der Wall Street bei 94,6 Mrd. Dollar (Quelle: Dealogic) – das war der höchste Wert seit der Jahrtausendwende! Der Rekordwert wurde 1999/2000 erreicht, als im Zuge des Booms bei den Internetaktien Börsengänge im Volumen von 106 Mrd. Dollar erfolgt waren.

IPO steht für „Initial Public Offering“ und bedeutet „Börsengang“ einer Aktiengesellschaft

Inhaltsverzeichnis

  • Größtes IPO 2014: Alibaba
  • Ausgewählte US-Börsengänge des Jahres 2014
  • Deutscher Mittelstand zurückhaltend mit Börsengängen
    • 2015 stehen u.a. Börsengänge von Hapag-Lloyd, Douglas und Material Sciences an!
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Größtes IPO 2014: Alibaba

Größter Börsengang des letzten Jahres war Alibaba. Der Internethändler ging am 19. September erstmals an die Börse und legte vom Emissionspreis gemessen bis zum Jahresende satte 57,9% zu (Quelle dafür und die folgenden Zahlen: Handelsblatt).

Alibaba ist mit einem Börsenwert von umgerechnet knapp 216 Mrd. Euro kein Leichtgewicht. Bitte beachten Sie dabei, dass der Börsenwert nicht bedeutet, dass auch das IPO in dieser Höhe erfolgte. Generell können die Alt-Aktionäre einen Anteil am Unternehmen behalten, sprich es wird nur ein Teil der Aktien an die Börse gebracht.

Geringer vom Volumen her waren andere Börsengänge, darunter diese:

Ausgewählte US-Börsengänge des Jahres 2014

  1. GoPro: Börsenwert 1,9 Mrd. Euro
  2. Kite Pharma: Börsenwert 1,7 Mrd. Euro
  3. Lending Club: 7,7 Mrd. Euro.

Die Performance (Emissionspreis bis Jahresende, Quelle: Handelsblatt) lag in den genannten drei Fällen mit 71,2%, 233,0% (!) und 67,7% im sehr guten Bereich.

Europäische Börsengänge konnten da nicht mithalten. So brachte der Börsengang von Braas Monier Build. (Börsenwert 600 Mio. Euro) den neuen Aktionären bis zum Jahresende 2014 ein fettes Minus von rund 33%.

Die neuen Aktionäre von Rocket Internet (Börsengang 2. Oktober) mussten auch eine sehr wechselvolle Performance hinnehmen – zum Jahresende stand dann aber doch ein Plus von 20,9% in den Büchern.

Dies gilt auch für Zalando: Börsengang 1. Oktober, Börsenwert 6,2 Mrd. Euro, Performance bis 31.12.2014 bei +18,6%.

Während in den USA wie oben beschrieben im gesamten Jahr 2014 Börsengänge im Volumen von 94,6 Mrd. Dollar erfolgten, war in Europa diesbezüglich auch nicht wenig los:

Im ersten Halbjahr 2014 gab es in Europa 175 Börsengänge, Volumen 55,4 Mrd. Euro. (Quelle: Markt und Mittelstand 12-01)

Dabei war in Deutschland der Bereich „Börsengänge“ im letzten Jahr mit den IPOs von Zalando, Rocket Internet, TLG Immobilien und anderen zwar durchaus „gut“ – aber nicht „phänomenal“.

Deutscher Mittelstand zurückhaltend mit Börsengängen

Denn gerade im Bereich des deutschen Mittelstands bestand bzw. besteht keine verstärkte Notwendigkeit, sich frisches Eigenkapital über einen Börsengang zu besorgen. Die Eigenkapitalausstattung der deutschen Wirtschaft ist generell zufriedenstellend bis gut. Einige gute Jahre haben dafür gesorgt, dass die Unternehmen Reserven bilden konnten, bzw. es konnten Schulden zurückgeführt werden.

Es besteht also generell also nicht die dringende Notwendigkeit, sich frisches Eigenkapital zu beschaffen. Und Fremdkapital ist günstig zu haben – wenn man bonitätsstark ist. Und das ist der deutsche Mittelstand grundsätzlich. Banken finanzieren generell gerne bonitätsstarke Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand.

Und sonst bleibt noch die Alternative einer Mittelstandsanleihe. Aus diesen Gründen fiel das Interesse deutscher Mittelständler an einem Börsengang 2014 eher zurückhaltend aus. Bis jetzt sieht es nicht so aus, als ob sich kurzfristig daran etwas ändern wird.

2015 stehen u.a. Börsengänge von Hapag-Lloyd, Douglas und Material Sciences an!

Doch das heißt nicht, dass am deutschen IPO Markt 2015 Flaute herrschen wird. Einige Börsengänge sind bereits angekündigt:

Hapag-Lloyd, Douglas sowie die Bayer-Abspaltung Material Sciences stehen für Börsengänge 2015 in den Startlöchern!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, auf Neuemissionen zu setzen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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