US-Präsident beim Global Entrepeneurship Summit

Das ist recht interessant. Der US-Präsident Barack Obama hat gerade Kenia besucht – und in den deutschen Medien geht es dazu um Themen wie „Obamas Leibwächterin wird berühmt“ oder „Barack Obama tanzt in Kenia“. Auch das Treffen Obamas mit seiner Halbschwester wird thematisiert. Das sind natürlich schön menschliche Themen – passend für die Regenbogenpresse oder als Ergänzung eines Berichts. Doch auch in den großen Medien ging es teilweise hauptsächlich um diese „bunten Themen“. Wo konnten Sie schon lesen, was beim „GES“ besprochen wurde. GES?

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • GES: Rund 1.000 Unternehmer aus ca. 120 Ländern
  • Der chinesische Drachen hat Hunger
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Genau, denn meiner Ansicht nach war politisch und wirtschaftlich gesehen dieses Ereignis der Kenia-Reise des amerikanischen Präsidenten bedeutend wichtiger als die genannten Ereignisse: Denn Präsident Obama nahm am „Global Entrepreneurship Summit“ (GES) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi teil. Was das für eine Veranstaltung war? Nichts Berichtenswertes. Da trafen sich nur rund 1.000 Unternehmer aus rund 120 Ländern…(Vorsicht, Ironie!)

GES: Rund 1.000 Unternehmer aus ca. 120 Ländern

Diese hohe Zahl von Unternehmern bei einer solchen Veranstaltung wundert mich überhaupt nicht. Denn was hierzulande nicht viele wissen: Afrika ist eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt. Beispiel Mobilfunkkonzerne: Die Branchengrößen haben es in Regionen wie Westeuropa oder den USA mit gesättigten Märkten zu tun. In Afrika hingegen boomt das Geschäft.

Das kann ich von meinen eigenen Reisen bestätigen. Auch deshalb, weil die Stufe „Festnetz“ oftmals übersprungen worden ist, sind Handys bzw. Smartphones sehr beliebt. Und wer kein Geld für einen Vertrag hat, holt sich eine Prepaid-Karte und gibt durch Klingelzeichen Nachrichten.

China hat übrigens anders als viele westliche Staaten die strategische Bedeutung Afrikas längst erkannt. Das Reich der Mitte hat sich insbesondere zahlreiche Rohstoff-Vorkommen gesichert, ein Großteil seiner Importe kommt aus afrikanischen Staaten. Im Gegenzug finden sich „Made in China“-Produkte auch in abgelegenen Dörfern.

Der chinesische Drachen hat Hunger

Und es ist schwer, die Wichtigkeit Chinas in Bezug auf den Rohstoffmarkt zu unterschätzen. Hier der Anteil Chinas am Verbrauch von Rohstoffen:

China verbraucht schätzungsweise von der Produktion der Welt:

  • ca. ein gutes Zehntel der Erdölproduktion
  • 38% der Aluminiumherstellung
  • 27% der Stahlproduktion
  • 27% der Eisenerzförderung
  • ca. 45% der Produktion von Kohle und Koks
  • ca. 40% der Zementproduktion
  • ca. 27% der Produktion von Kupfer
  • ca. 33% der Bleiproduktion

Quelle: Mehr Geld verdienen mit Rohstoffen – simplified.

China ist dennach auch zum größten Automobil-Markt der Welt geworden. Mittlerweile werden in China in guten Monaten mehr Autos verkauft als in den gesamten USA. 80% des Kinderspielzeugs und 60% der Fahrräder der Welt werden in China produziert. Desweiteren ca. 25% der Kühlschränke und geschätzt gut die Hälfte der Digitalkameras. Und China sichert sich einen großen Teil seines Rohstoffbedarfs über sein Engagement in Afrika.

Inzwischen sind auch andere Staaten aufgewacht und investieren in Afrika. Wie gesagt, der US-Präsident war gerade in Kenia und Äthiopien. Und die deutsche Presse berichtet davon, wie der US-Präsident in Nairobi getanzt hat.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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